Die gewährten 24 Stunden der Hannelore Schuster aus der »Ademoschee«

Posted on 22. Oktober 2010


 

Es stand bevor, daß es endet, bald, es sich ausschaltet, auf ein freies Feld …

Doch eine Figur richtet sich auf, läuft nach vor, tritt donnernd vor alle hin, will die anderen Figuren an die Wand spielen und verlangen, zumindest ein Kapitel, für sich allein, will es am endlich erreichten Punkt Schluß jetzt nicht hinnehmen, daß es endet, will weiter Seiten produzieren, will es spannend machen, an dem letzten Punkt, an dem nichts mehr …, vor allem keine Spannung, weil Spannung nie vorgesehen war … Wie wurden eine ganze Schreibzeit lang all jene verhöhnt, die davon sprechen, es seien die Figuren selbst, die ihnen beispielsweise ihre Romane diktieren … Und nun …

Es wird kein neues Kapitel … Es wird bloß kurz vor dem Enden innegehalten, um bei dem Gedanken, der schön genannt werden könnte, ein wenig zu verweilen, bei dem Gedanken, der für einen Augenblick Gedanke genannt werden will, also bei dem Gedanken, daß Träume richtig gestellt werden könnten …

Und auch , Hannelore Schuster zu … Wie viele Vermutungen werden beim Schreiben etwa eines Romanes angestellt, zum Beispiel darüber, wo und für wen Figuren unterwegs sind … Figuren legen viele Fährten …Welchen Fährten auch immer nachgegangen wird, es wird immer zu wenigen nachgegangen, es werden immer zu wenige beschrieben … Alle Wege von Figuren sind nachzugehen und sind zu beschreiben … Jedoch, alle Wege, tatsächlich alle ihre Wege können nur die Figuren selbst umfassend beschreiben … Sie selbst also hätten ihre Romane zu schreiben … An jenem Samstag, an dem Hannelore Schuster nicht nach Berlin reisen konnte, wurde sie, von ihr selbst zu dieser Vermutung geleitet, in bestimmter Gemeinschaft …, es könnte aber auch eine andere gewesen sein, die, werden beispielsweise die Leistungen von zwei Ministerinnen aus dieser Partei recht bedacht, eine gar nicht so andere …, sie könnte an diesem Samstag auch in gar keiner gewesen sein, weil es ihr aus nur ihr bekannten Gründen überhaupt nicht möglich war, im Wiener Wahlkampf unterwegs zu sein …

Beinahe wollte Hannelore Schuster dafür gedankt werden, an diesen Überlegungen nicht unbeteiligt zu sein, aber einem Menschen, der ihre von ihr selbst für alle im Internet offen zum Lesen verbreiteten Romane aufmacht, Verleumdung zu unterstellen, kann nicht abverlangt werden, und vor ein Ultimatum gestellt, zu …

Wie viel wurde darüber schon nachgedacht, über die Abschaffung des Autors, der Autorin durch Figuren. Mit dem Internet gelingt es den Figuren zunehmend …

Freilich, die Sprache verliert … Freilich, die Komposition wird schlicht … Freilich, auch das Lesen dieser internetfigurenverfaßten Romane gibt etwas her, frißt die Zeit, nicht immer auf die unangenehmste Weise … Spannung etwa, Spannung erzeugt sich die Leserin, der Leser, auf welchen Plätzen im Internet taucht eine Figur wieder auf, mit wem, was tut sie dort, was erzählt sie …

Es waren nun doch keine Überlegungen im eigentlichen Sinn, möglicherweise kopierte sich bloß etwas, zu einem Thema, das nie interessierte, es wurde, im Enden, doch nicht in die Falle gegangen, eine Poetik noch …

Bald wird das freie Feld …

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