FPÖ im Parlament – Was unterscheidet Harald Stefan von Jan Ackermeier?

Posted on 30. September 2010

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Der Unterschied zwischen dem freiheitlichen Abgeordneten Harald Stefan
und dem parlamentarischen freiheitlichen Mitarbeiter Jan Ackermeier ist,
der eine ist der Arbeitgeber und der andere ist der Arbeitnehmer … 

Jan Ackermeier wurde, wie im Standard zu lesen ist, wegen seines Organisierens eines rechtsextremistischen Treffens von Harald Stefan, dem die Umdeutung der Geschichte
wesentlich
ist, gefeuert

Aufmerkenswert ist diese Entlassung, weil diese ein gutes und schnelles Beispiel ist, worüber hier bereits am 28. September 2010 geschrieben wurde, nämlich darüber, wer für eine derart verfaßte Partei stets die Rechnungen zu bezahlen hat; es sind nie die Bonzen einer derartigen Partei, es sind ihre Angestellten, ihre Wähler und ihre Wählerinnen und schließlich alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler …

Es mag aus dem Blickwinkel von Harald Stefan durchaus zutreffen, daß die Junge Landsmannschaft Ostdeutschland nicht dem entspricht, wie er, Harald Stefan, politisch tätig sein will … 
Harald Stefan kann duchaus für sich in Anspruch nehmen, ackermeierisch eleganter politisch tätig sein zu wollen. Harald Stefan muß dafür nicht zu einem Stausee reisen, sondern lediglich in die Hofburg marschieren, nur ein paar Schritte entfernt vom Parlament, um in der Hofburg Reden zu halten: 

Wesentliches Element, ist die Umdeutung der Geschichte. Der Stolz auf die Leistungen der Vorfahren, etwa die positive kollektive Erinnerung an die Leistungen der deutschen Wehrmacht […] 
Die Ewiggestrigen haben sich längst enttarnt, mit ihrem Dauerfeuer der Bedenkveranstaltungen, Mahnmale und Bußritualen. Es wird dreist verharmlost – etwa bei den Opferzahlen in Dresden, es werden Rechtfertigungsversuche […] 
Wenn ich mir die aufgeregten Reaktionen auf Aussagen in der Öffentlichkeit betrachte, die nicht der offiziösen Geschichtsbetrachtung entsprechen, könnte man fast zu dem Eindruck kommen, dadurch wird der ganze Staat in Frage gestellt. Und das erstaunliche ist: Das ist tatsächlich so. Welch ein Armutszeugnis für das Staatswesen. 
Diese Banden stellen jeden als Tabumissachter auffällig werdenden zur Rede, brüllen ihn nieder, schlagen ihn nieder und rufen nach der Polizei, wenn er sich wehrt. 
Und weshalb sonst müssten sie ihre Geschichtsdarstellung ständig wiederholen und jammernd staatliche Sanktionen für Ungläubige einfordern? 
In diese Realität wurden wir Deutsche […] 

So sprach Harald Stefan, Mitglied der Burschenschaft Olympia, in der Hofburg am 11. Juni 2005, die obigen Zitate sind alle aus dieser seiner Festrede zum Schillerkommers, aus seiner Rede auf einem Treffen von … 
Harald Stefan möchte die Geschichte umdeuten, der Verfassungssprecher dieser Partei im Parlament, deren Personal FPÖ, BZÖ und FPK betreibt, möchte die Geschichte umgedeutet haben, der Verfassungssprecher dieser Partei möchte eine positive kollektive Erinnerung an die Leistungen der deutschen Wehrmacht, der Verfassungssprecher ist als Deutscher in diese Realität, egal auf welchem Staatsgebiet, hineingestellt …. 

Darüber hinaus fühle Harald Stefan, ist im Standard zu lesen, sich hintergangen und wolle informiert werden, wenn ein Mitarbeiter von ihm etwas organisiere … Möglicherweise wollte Harald Stefan auch mit zum Stausee … Oder Harald Stefan wollte seinem Mitarbeiter raten, es eleganter zu machen, auch in der Hofburg, ihn, Jan Ackermeier, vielleicht einladen, doch auch einmal in der Hofburg eine stefanische Rede zu halten … 

Zu schreiben, Harald Stefan mache es eleganter, war der Versuch, einen Unterschied zwischen Jan Ackermeier und Harald Stefan herauszuarbeiten. Aber der Versuch ist gescheitert. Der Unterschied zwischen möglichen Reden am Stausee und der Festrede von Harald Stefan kann nur gering ausfallen. Es sind halt die bekannten Reden, mit den um die Wörter Volk, Gesinnung, Tugendterror, Weltanschauung, nationale Sache, Fechten als Schule des Lebens, Heimat, das Schöne und das Starke und das Gesunde gebauten Sätze … 
Elegant ist nur das Parlament selbst als Arbeitsplatz von Harald Stefan und elegant ist nur die Hofburg selbst, in der Harald Stefan seine Reden … 

Wie wohl ein Arbeitsgericht über ein solches Feuern eines stefanischen Arbeitnehmers durch einen ackermeierischen Arbeitgeber urteilen würde, ist keine Frage, die hier interessiert. Nur die eine Frage sollte die Wähler und Wählerinnen dieser Partei vor jedweder Wahl interessieren, worauf sie ihren Glauben denn bauen, daß diese Partei mit diesem Umgang sogar mit ihren eigenen Angestellten für sie, die Wähler und Wählerinnen, da ist … 

PS Die Arbeitsplatzbeschreibungen von den beiden Herren sind natürlich unterschiedlich. Jan Ackermeier hatte nicht die Kompetenz, Martin Graf zum III. Präsidenten NR zu wählen.

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