Die eigene Wahrheit den anderen zumuten, ist eine Zumutung

Posted on 28. Juli 2010

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Wie es auch eine Zumutung ist, einen Mann zum Leiter einer Historikerkommission zu bestellen, der sich selbst mit einem seiner ersten Interviews sofort als ein dafür nicht geeigneter zu erkennen gibt. 

Ein Zitat aus diesem Interview, das wohl entscheidende Zitat aus diesem Interview, das Dr. Wilhelm Wadl der kärntnerischen Ausgabe der Kronen Zeitung gab, am 27. Juli 2010 veröffentlicht, kann hier für das gesamte Interview stehen:

Vielleicht weil Belgrad angeboten hat, die Situation in Kärnten ruhig zu stellen? Nach 1979 wurde es ja auch ruhig – bis Raser Rudi kam. [Hervorhebung B.K.]

Was zählt schon die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben, auch für den Direktor des Landesarchives in Kärnten, wenn es ruhig ist, im Land? Die besten Voraussetzungen für eine unvoreingenommene Arbeit sind wohl, bereits vor Aufnahme der Untersuchungen heftig tendenziös zu spekulieren?

Dr. Wilhelm Wadl halte es, sagt er im Interview, mit Bachmann, die Wahrheit sei den Menschen zumutbar … Unter der Leitung von Dr. Wilhelm Wadl wird dieses Gremium wohl kaum mehr als die eigene Wahrheit als Ergebnis abliefern, die eigene Wahrheit also den anderen zumuten …

Bereits nach diesem Interview seines Leiters darf und kann dieses Gremium nicht mehr Historikerkommission genannt werden.

Dem Interview beigefügt sind auch ein paar Historische Fakten und ein Verweis auf Leopold von Ranke: sine ira et studio. Ob der Bezug auf gerade diesen Historiker von Fritz Kimeswenger, der das Interview führte, selbst stammt, oder Dr. Wilhelm Wadl bei dieser Gelegenheit großzügig Fritz Kimeswenger ein wenig Geschichte der modernen Geschichtswissenschaft lehrte, kann nicht gesagt werden. Was aber gesagt werden kann, ist, daß Leopold von Ranke ein in bestimmten Kreisen beliebter Verweis ist, in Kreisen, die Geschichte nach ihren eigenen Wahrheiten schreiben, zum Lobe des deutschen Volkes, das rein und unschuldig bis zum heutigen Tage durch die Jahrmillionen Jahre seines Bestehens …

PS Es wird, vielleicht,  noch an den derzeitigen Landeshauptmann von Kärnten in einer E-Mail der Vorschlag ergehen, eine ohne Dr. Wilhelm Wadl neue und also eine tatsächliche Historiker- und Historikerinnenkommission zu beauftragen, die international oder zumindest nicht kärntnerisch …

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