Die Betrogenen und Mißbrauchten von Hans Dichand

Posted on 4. Juli 2010

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Es waren nicht nur hohe und höchste, wie sie ungeprüft genannt werden, Verantwortungsträger in Österreich, die Hans Dichand Rosenkränze der Würdigung aufsagten, von Hans Dichand als einem ehrbaren Mann sprachen, sondern auch die Leserbriefschreiber und Leserbriefschreiberinnen, die Hans Dichand in Leserbriefen dafür dankten, ihnen für ihre Anliegen und Meinungen eine Plattform geboten zu haben.

Wer mißbraucht wurde, schweigt über das Verbrechen auf immer, oder braucht sehr lange, um als Opfer in die Öffentlichkeit zu gehen. Bis die freiwilligen Opfer von Hans Dichand dazu fähig sein werden, über ihren Mißbrauch durch Hans Dichand zu sprechen, kann nicht gewartet werden; denn zu groß ist die Gefahr, daß sich die Ansicht unzerstörbar verfestigt, Hans Dichand sei ein ehrbarer Mann gewesen.

Ethischer und moralischer Betrug und Mißbrauch bedarf nicht nur freiwilliger Opfer, sondern auch Täter und Täterinnen.

Hans Dichand war ein solcher Verbrecher im Ethischen und Moralischen; nach dem Strafgesetzbuch war Hans Dichand freilich ein unbescholtener Mann.

Hans Dichand betrog die Käufer und Käuferinnen seines Mediums, seine bevorzugt Betrogenen waren die Leserbriefschreiberinnen und Leserbriefschreiber. Der Betrug bestand darin, daß Hans Dichand ihnen vorgaukelte, in den Leserbriefen gehe es um die Anliegen und Meinungen der Verfasser und Verfasserinnen. In Wahrheit ging es immer nur um die Anliegen und Meinungen des Hans Dichand.

Hans Dichand mißbrauchte die Käufer und Käuferinnen seines Mediums, seine bevorzugt Mißbrauchten waren die Leserbriefschreiberinnen und Leserbriefschreiber. Der Mißbrauch bestand darin, daß Hans Dichand ihnen vorgaukelte, in den Leserbriefen gehe es um die Veröffentlichung und Durchsetzung der Anliegen der Verfasser und Verfasserinnen. In Wahrheit ging es immer nur um Durchsetzung der Anliegen des Hans Dichand.

Stellvertretend für diesen Betrug und Mißbrauch im Ethischen und Moralischen von Hans Dichand eignet sich exemplarisch die Förderung der Wochenzeitung Zur Zeit.

In der Ausgabe Nr. 25-26/2010 schreibt Andreas Mölzer in seinem Nachruf das Geständnis, das Hans Dichand nie ablegte.

Es könnte nun anhand dieses konkreten Beispiels auch noch darüber gesprochen werden, wen Hans Dichand förderte. Aber über diese Wochenzeitung, die der Nationalismus- und Revisionismus-Industrie zugeschlagen werden kann, ist ohnehin bereits genug geschrieben worden; es ist ein einschlägig amtsbekanntes Medium, Faden eines Netzes, das, um zwei Länder als Beispiele herauszugreifen, von Südafrika bis Deutschland gespannt ist …

Abschließend kann, damit wird zu den Staatsspitzen zurückgekehrt, gesagt werden, wer Förderer der Nationalismus- und Revisionismus-Industrie derartige rosengeschmückte Kränze der Lobpreisung flicht, sollte, wie Werner Faymann und Josef Pröll erst neulich, kein Steuergeld mehr verschwenden für Kränze für die Opfer der Shoa; denn Gedenken ist, vor allem, auch entsprechendes Handeln in der Gegenwart …

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