Einen betschwesternden Mauschelonkel zum Bundespräsidenten

Posted on 29. Juni 2010

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Haben mit überwältigender Mehrheit etwas mehr als die Hälfte der Stimmberechtigten gewählt, über dessen Interview in der Tageszeitung von Wolfgang Fellner, der möglicherweise zur Meldung über den Tod von Hans Dichand den Satz von Thomas Bernhard zur Nachricht über den Tod von Heimito von Doderer freudig ausgerufen hat, die Bahn ist frei, jetzt komme ich, ein paar Zeilen zu schreiben sind.

Vorab darf nicht unerwähnt bleiben, daß es durchaus erwähnenswert ist, wenn ein Demokrat stolz zwei absolutistisch Regierende auf seine Liste der Gratulanten noch vor jene setzt, die ihm nicht nur zur Wahl gratulierten, sondern ihn wohl auch wählten.

Das sei eine sehr traurige Geschichte, sagt Dr. Heinz Fischer als Präsident zu dem Fall, daß Menschen das Land verlassen müssen, und zu erblicken ist bei dieser Aussage eine Betschwester, die voll Mitgefühl von einer traurigen Geschichte zu berichten weiß, ohnmächtig, mit tief bewegter Stimme, den Tränen nahe, aber voll Hoffnung auf einen guten Ausgang im Jenseits der diesseitigen Grenzen.

Dieses enorme Mediengewitter sei auch Teil des Problems, sagt. Dr. Heinz Fischer als Präsident. Zuerst wurde angenommen, Dr. Heinz Fischer bringe Ursache und Wirkung durcheinander. Dann aber stellt sich Dr. Heinz Fischer als Mauschelonkel vor. Und in der Logik der Mauschelonkelei, zu deren prominentesten Vertretern und Vertreterinnen seit Jahrzehnten eben auch Dr. Heinz Fischer zu zählen ist, hat es seine Richtigkeit. Möglicherweise wäre ohne Öffentlichkeit, hinter verschlossenen Türen also, eine für die aktuell von der verlangten Ausreise betroffenen Menschen günstige Lösung ermauschelt worden; das ist aber äußerst unwahrscheinlich. Denn zugewanderte Menschen sind ausgeschlossen aus der Mauschelonkelei, für und mit Immigrantinnen und Immigranten wird nicht gemauschelt, sie werden streng in der Sprache der Bürokratie amtsbehandelt.

Es gibt die Erzählung, Bruno Kreisky hätte gesagt, Dr. Heinz Fischer sei vor Entscheidungen immer in die Toilette … Vielleicht wird diese aber nie vollständig erzählt, vielleicht fehlt einfach die Erklärung, weshalb Dr. Heinz Fischer immer in die … Weil nämlich in diesem mauschelfreundlichen Raum in Wahrheit damals als auch heute entschieden wird, und nur, wer in diesem Raum mit dabei ist, hat die Garantie auf ein langes erfolgreiches Leben in der Politik.

Eine Betschwester zum Bundespräsidenten zu haben, ist kein Malheur. Es gab ja auch schon einen weinerlichen Großvater …

Einen Mauschelonkel aber zum Bundespräsidenten zu haben, ist kein Fortschritt und ist kein Zeichen für politische Erneuerung …

Einen betschwesternden Mauschelonkel jedoch zum Bundespräsidenten zu haben, ist Anlaß, sich zu sorgen. Sollte Dr. Heinz Fischer eines Tages Minister und Ministerinnen, Landeshauptmänner und Landeshauptfrauen angeloben, die aus den Lagern in den Bergen und an den Flüssen der Burschenschaften, der Landsmannschaften, der sozialheimatschaftlichen Partei … Was wird er dann in einem Interview sagen? Eine sehr traurige Geschichte? Aber das Mediengewitter? Er könne aber klare und mutige Worte versprechen, in der …

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