Wirklichkeits- und Möglichkeitssinn – Hochkriechsinn

Posted on 25. Juni 2010

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Es steht nicht wirklich der Sinn danach, in allem Umfange die Möglichkeit zu prüfen, wie weit es nur einen Sinn gibt, auch deshalb, weil es müßte wohl explizit von Österreich gesprochen werden, der in Österreich …

Daß es einen Hochkriechsinn geben könnte, diese Vorstellung stellte sich wieder einmal ein, diesmal beim Lesen der Sonntagsbeilage des dichandschen Mediums vom 20. Juni 2010 … Es soll das aktuelle Beispiel Anlaß sein für ein paar weitere Notizen zum Hochkriechsinn, die bereits veröffentlicht werden können, als Antrieb dafür, sich weiter mit dem Hochkriechsinn …

Eines der vielen Kennzeichen für den Hochkriechsinn kann knapp damit beschrieben werden, daß gesagt wird, im Rückblick beschreibt sich ein vom Hochkriechsinn Befallener bereits als eine wichtige und hochstehende Person, während sie in der beschriebenen Zeit tatsächlich lediglich eine unwichtige und nicht sonderlich wahrgenommene Person war, wie beispielsweise Hans Dichand, ein Matrose.

1940 mußte er, schreibt Hans Dichand, als Soldat einrücken … Als einem unbekannten Soldat blieb mit Gewißheit auch einem Hans Dichand nicht erspart, vor seinen Vorgesetzten zu kriechen, in Schlamm, Dreck und Blut …

2010 kann Hans Dichand aber im Rückblick schreiben, »als ich Feldmarschall Rommels Matrose war …«; dies ist ein gutes Beispiel für das eine oben beschriebene Kennzeichen des Hochkriechsinns …

Der Hochkriechsinn im Zusammenhang mit der Vergangenheit und der nachträglichen Darstellung der eigenen Position in ebendieser Vergangenheit verlangt nach entschiedener Zurechtschreibung der gesamten Vergangenheit.

Soher ist es folgerichtg, daß 2010 Hans Dichand sich zum Matrosen des Feldmarschalls hochschreibt und damit wegschreibt, daß er ein auf den Führer vereidigter unbekannter Soldat in einem Eroberungs- und Vernichtungskrieg war …

Soher ist es folgerichtig, daß 2010 Hans Dichand sich vom unbekannten Soldaten wegschreibt zu einem, dem damals schon die Großen die Hand schüttelten, der also damals schon Umgang hatte mit den Mächtigen, die einander schätzen: Hitler Rommel und Rommel Hitler  ….

Soher ist es folgerichtig, daß im Rückblick die unmittelbare Umgebung als eine saubere, erfolgreiche, ehrenhafte und anständige erschrieben wird, in der die eigene Rolle die des heldischen Opfers  und nicht des feigen Täters ist, dem auch der Feind seinen Respekt nicht verweigern kann … Es ist u.v.a. ein Kennzeichen der Nationalismus- und Revisionismus-Industrie ein Hohelied auf die Vorgesetzten in der Wehrmacht zu singen, ein weiteres Kennzeichen dieser Industrie ist es, sie kommt nicht ohne Winston Churchill aus. Hans Dichand benötigt ihn, um seinen Feldmarschall zu loben, andere Schreiber dieser Industrie benötigen Winston Churchill für ihre Basteleien, wer der wirkliche Kriegsverbrecher und der wirkliche Massenmörder … Also, wie sie ihre Zeit in der Wehrmacht zu einer glanzvollen und anständigen deutschen Zeit hochschreiben und gleichzeitig im Schreiben Weiterkriechen vor ihren damaligen Vorgesetzten, keinesfalls ihr Landsmann …

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