Textübermalung einer von Andrea Schurian kommentierten Entschuldigung

Posted on 12. Juni 2010

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Diesem Bild in der Ausstellung zur Austellung Blumen für Kim Il Sung im Mak dient der Artikel aus der Tageszeitung Der Standard, Ausgabe 12./13. Juni 2010, als Material zur textlichen Übermalung:

Ja, Kim Il Sung hat also einen Brief geschrieben. Besser, er hätte nicht. Denn wenn er uns etwas wissen lässt, dann, dass er wenig begriffen hat. Er war nämlich nicht, wie er gleichermaßen weinerlich wie euphemistisch schreibt, „manchmal zu scharf“ (sic); er hat Menschen nicht bloß „verletzt“ , er hat nicht nur „an den Bedürfnissen meiner Mitmenschen vorbei agiert“ – sondern, um die Dinge beim Namen zu nennen:  hat bis heute …  Verwandelte sich im Laufe der Zeit in ein streng totalitäres System, alle Gewalt ging vom gottgleichen und mächtigen Führer aus.

Dafür dass er, wie er sich da so lieb zurückerinnert, „auf alle sehr gestanden“ ist … So weit, so ungut. Weil er aber nicht nur Menschenschänder war, sondern auch ein verflixt gutes Motiv, will man seine Bilder ausstellen, auf den Markt bringen, museal auratisieren. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden.

Bizarr ist allerdings, dass ausgerechnet bei jenem Mann, der Politik und Kunst auf eine geradezu monströse Weise verquickt hat, auf deren strikte Trennung gepocht wird. Geht nämlich nicht. Einfach zum Nachdenken: Wäre Herr F. aus Amstetten ein begnadetes Motiv, wie hielte man es mit Bildern aus der Zeit, als er seine Tochter gefangen hielt?

Wessen Entschuldigung Andrea Schurian tatsächlich kommentierte, kann in der oben angeführten Ausgabe gelesen werden.

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