Michael Völker wollte etwas anderes schreiben

Posted on 1. Juni 2010

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Aber er war unachtsam, als er mit Notizen am offenen Fenster stand,  zu den Alpen hin blickte … Er vergaß, abgelenkt durch die Leiterin der Kultur, die ins Büro kam, um auch hier die Blumen zu gießen, das Blatt in seiner Hand. Schon geschah es. Die Notizen entglitten ihm, fielen aus dem Fenster, in die Donau.

Hätte Michael Völker die Notizen nicht verloren, wäre heute ein anderer Artikel im Standard erschienen. Ein Artikel, in dessen Zentrum nicht eine Website gestanden wäre … Die Treiberinnen und die Treiber dieser Website dürfen daher nicht auf ihre Schädelplatten trommeln, aus Stolz, wieder einmal wichtig genommen worden zu sein. Es war nur ein Mißgeschick, das diese Website in den Mittelpunkt eines Artikels stellte.  Denn es ist tatsächlich eine vollkommen bedeutungslose Website, eine Website, die selbst nicht einmal einen Informationswert … Auf dieser Website wird lediglich das Geschnarche der Vergangenheit …

Hätte Michael Völker die Notizen nicht verloren, wäre heute etwas anderes im Standard zu lesen gewesen. Das Notizenblatt konnte herausgefischt, getrocknet … Nach dem noch Entzifferbaren wäre es in dem Artikel von Michael Völker darum gegangen zu fragen, ob es von Josef Pröll nicht eine mechanische Geste, eine je dem Ort nur angepaßte Geste gewesen sei, in Israel der Shoa zu gedenken, während er und seine Partei mit der gesamten Gefühlstiefe, zu der sie fähig sind, Jahr für Jahr im österreichischen Parlament einen Antisemiten ehrend gedenken, einen Antisemiten nach Auschwitz … Und ganz nebenher, vollkommen nebenher wollte Michael Völker nur die Frage stellen, wer denn die Personen aus der Mitte der Gesellschaft sind, die skrupellos genug sind, Treiber und Treiberinnen derartiger Websites beispielsweise mit Informationen zu versorgen, skrupellos genug sind, diese in ihre ehrbare Mitte aufzunehmen …

Es kann nur so gewesen sein, daß eben die Notizen verlorengingen, bis zum Abgabetermin nicht mehr viel Zeit blieb, um sich noch einmal hinzusetzen, genau zu überlegen, zu recherchieren … Über eine andere Erklärung dafür, daß ein derartiger Artikel in einer Qualitätszeitung, wobei Qualität ohnehin nach österreichischen Kriterien bemessen ist, veröffentlicht wird, will jetzt nicht spekuliert werden; bloß noch für eine mögliche spätere Befassung notiert werden: Bequemlichkeit; Vermeiden, sich selbst beruflich zu schaden …

Posted in: Politik