»Im Osten Orgien zu Füßen der Altäre«

Posted on 28. Mai 2010

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Überschreibt Karl-Heinz Deschner ein Kapitel in seiner Sexualgeschichte des Christentums, an das gedacht werden mußte, beim Lesen der Nachricht, daß die sozialheimatschaftliche Partei eine neue Vorfeldorganisation gegründet habe:

Daher müsse das christlich-freiheitliche Europa über die Grenzen der EU hinaus „den Erhalt und die Förderung seiner Grundwerte, die in der christlich-abendländischen Kultur und Identität verwurzelt sind, sicherstellen“.

Über die Grenzen des Vatikans hinaus trieb der Glaube unerbittlich die christlich-abendländische Kultur zur Spitze menschlichen Wirkens:

Im 18. Jahrhundert, in dem ein deutscher Reisender aus Rußland meldet: »Das Hauptgeschäft der orthodoxen Priester und Nonnen ist der Handel mit Aberglauben, Verbrechen und Unsittlichkeit«, wählte die fromme Zarin Elisabeth nicht zufällig gerade die Klöster zu Absteigequartieren und kultivierte dort, zynisch-verzückt und beispielhaft fast für den ganzen Klerus, wahre Apotheosen des Fleisches [.] »Der Historiker, der es sich zur Aufgabe macht, diese religiösen und erotischen Possen, die in toller Abwechslung einander den Schauplatz überließen, genau zu schildern, erscheint als getreuer Abschreiber der Werke eines Sade. Wie in den wahnsinnigsten Szenen, die dieses teuflische Genie gemalt hat, sehen wir im Rußland Elisabeths in den Klöstern die furchtbarsten und blutigsten erotischen Dramen sich abspielen. Zu den Füßen der Altäre werden Orgien gefeiert; mit den Heiligenbildern in den Händen opfert man der raffiniertesten Unzucht. Völlerei und Ausschweifungen greifen gleich epidemischen Krankheiten im ganzen russischen Kirchen- und Klosterstaat um sich.

In einem weiteren Kapitel von Das Kreuz mit der Kirche darf gelesen werden:

Ein ganz anderes Beispiel kryptosexueller Grausamkeit. In einem russischen Kloster des späten 19. Jahrhunderts hatten die heiligen Frauen einen jungen Mann vier Wochen festgehalten und fast zu Tode gehurt. Vor Schwäche vermochte er nicht mehr fortzugehen. Er siechte dahin und wurde, aus Furcht vor einem Skandal, von den Nonnen zuletzt zerschnitten und stückeweise in einen Brunnen versenkt.

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