Propagandistin des Turmaufstockers zu Wien

Posted on 27. Mai 2010

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In ihr sei einfach immer diese Lust an der Sprache gewesen, sagt Andrea Schurian, in einem Interview im letzten August, veröffentlicht von der Kleinen Zeitung

Kunstindustrie für Peter Noever, im TurmIn der Sprache ist ebenfalls einfach immer diese Lust, den Menschen mit ein und derselben Rede auch das sprechen zu lassen, was dieser zu sagen sich selbst nicht …

Am 18. Mai 2010 setzt Andrea Schurian im Standard ihr gesamtes Vermögen ein, um die Ausstellung Blumen für Kim Il Sung des Turmaufstockers zu Wien zu bewerben.

Eine unkommentierte Wiedergabe des Artikels von Andrea Schurian reichte zur Widerlegung völlig aus; denn die Sprache ihrer Fürsprache widerlegt selbst ihre Fürsprache. Aber auf das Aufhängen einer solchen Texttafel in dieser virtuellen Ausstellung wird verzichtet, weil in dem Artikel von Andrea Schurian es Passagen gibt, die besonders, weil ernster, zu bedenken sind.

Andrea Schurian schreibt, Kunst sei immer Zeitzeugenschaft, ein Spiegel der jeweiligen Gesellschaft …

Ein paar Zeilen davor bestätigt Andrea Schurian, im Mak werden diktatorenverherrlichende Werke zu sehen sein, werde ein Hauch von Einblicken in ein hermetisch abgeschlossenes Land gegeben …

Es ist das Wort Zeitzeugenschaft, das stört, das Andrea Schurian so leichtfertig einsetzt. Diese Soldaten der Diktatur mit dem Werkzeug von Malern sind keine Zeitzeugen, sie sind Täter, mit ihren Waffen, die Andrea Schurian Werke nennt. Diese Soldaten werden eines Tages möglicherweise zu Zeitzeugen, wenn sie darüber berichten, wie sie zu Soldaten wurden, wie sie willfährig für die Diktatur arbeiteten, wie ihnen die Diktatur ein reiches Leben … Dieser Spiegel zeigt nicht die nordkoreanische Gesellschaft, sondern bloß den Diktator, der sich allein in diesem Spiegel betrachtet.

Andrea Schurian schreibt, das Mak zeige unbekannte Kunst, und, das Terrorregime Nordkoreas sei bekannt, die Kunst sei es bisher nicht gewesen, und, davon könne jetzt selbst ein Bild

Das Mak erreichte im letzten Jahr mit seinem Gesamtangebot 183.520 Menschen. Wie viele Besucher und Besucherinnen davon bleiben für jede einzelne Ausstellung? Wie viele, von dieser Gesamtbesuchszahl aus 2009 ausgehend, werden also diese diktatorenverherrlichenden Werke sehen? Werden es 10.000 sein? Wie vielen aber sind diese Massenprodukte der Propaganda bisher schon bekannt, beispielsweise durch das Internet, durch andere Ausstellungen in Europa, zwar nicht der gleichen Werke, aber aus der gleichen Serienproduktion?

In der Sprache ist ebenfalls einfach immer diese Lust, den Menschen mit ein und derselben Rede der Propaganda auch die zwar in ihm vorhandende Information beispielsweise zu einer Ausstellung sagen zu lassen, aber die auch vor ihm selbst ungesagt …

Überraschung! Ein diktatorisches Regime stellt ausschließlich Staatskünstler zur Schau.

Die Sprache der Andrea Schurian informiert, daß es nicht das von Peter Noever geführte Mak ist, das die Soldaten mit dem Werkzeug der Maler im Mak ausstellt, sondern …

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