Claudia Schmied – eine Ministerin, deren Partei sich entschuldigen sollte, sie zur Ministerin gemacht zu haben

Posted on 18. Mai 2010

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Das wäre zu einer Ministerin in einem Land, in dem das Wort Rücktritt nur in einer anderen Bedeutung geläufig ist, beinahe die Entdeckung des Politischen, eine Geste, über das Parteipolitische hinausgehen …

Aber selbst Claudia Schmied entschuldigt sich nicht, genauer, Claudia Schmied entschuldigt sich falsch.

Die Ministerin hat sich vor kurzem in Ebensee entschuldigt. Claudia Schmied hat sich für die Taten von zwei jungen Männern entschuldigt. Für ihre Taten können sich aber ausschließlich die zwei Bürger selbst entschuldigen, aber nicht eine Ministerin. Nur in einem Staat der diktierten und freiwillig gewählten vollkommenen Unmündigkeit stimmte die Entschuldigung einer Ministerin für jede Tat, die jedweder Bürger, die jedwede Bürgerin begeht.

Wofür Claudia Schmied aber sich entschuldigen hätte können, in Ebensee, wäre gewesen, daß auch Abgeordnete ihrer Partei Dr. Martin Graf zum III. Präsidenten NR wählten.

 

Wofür Claudia Schmied sich ebenfalls zu entschuldigen hätte, ist für das ihr Verwechslen von fremder Kultur und Diktatur, für ihren aktuellen Beitrag zur Aushöhlung des antifaschistischen Grundkonsenses.

In der morgigen Presse wird zu lesen sein:

Es ist auch nicht wirklich problematisch, dass die Kunstministerin im Katalogvorwort um „Respekt“ für die Leistungen der Künstlerinnen und Künstler wirbt, „die mit hoher Fertigkeit und großem Engagement ein Leben abbilden, das das ihre ist, gerade auch wenn es uns fremd vorkommt“.

Und wenn eines Morgens wieder ein durch und durch völkischer Künstler seine gemalten Germanen ausstellte, wenn eines Morgens das  Schwärmen einer Ingeborg Teuffenbach von der Strahlkraft hitlerischer Augen in einem Lyrikband neu aufgelegt werden würde … Die von dieser Ministerin dazu zu erwartende Rede könnte dann bloß noch das oben angeführte Zitat sein, mit einer Auslassung:

„gerade auch wenn es uns fremd vorkommt“.

Posted in: Politik