»Flowers for Kim Il Sung«

Posted on 18. Mai 2010

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Zur Online-Exhibition zur MAK-Exhibition möchte im Grunde nichts mehr hinzugefügt werden.

Jedoch zwei Aussagen drängen sich noch auf, an die Wand gehängt zu werden:

In Österreich Sympathiewerbung für das nordkoreanische System zu machen, das leistet diese Ausstellung nicht, hofft jedenfalls MAK-Direktor Peter Noever: „Es ist sicher keine Verherrlichung. Es ist in gewisser Hinsicht eine zusätzliche Entblößung. Und das halte ich für essenziell, wirklich einen wichtigen Schritt.“

Das muß nicht mehr gehofft werden. Die nordkoreanische Diktatur ist entblößt genug. Seit langem. Auch ohne diese Ausstellung.  Wie es auf dem Rundgang schon einmal untergekommen ist, nun etwas anderes formuliert: Diese Ausstellung wird dem Regime in Nordkorea ein gutes Mittel sein, für die Eigenverherrlichung.

Und die zweite Aussage

Soll man eine Ausstellung mit Staatskunst aus Nordkorea überhaupt machen? Auf alle Fälle, meint Rüdiger Frank: „Ich glaube, dass diese Ausstellung nicht das System stützt, ganz im Gegenteil.“

kann nur gelesen werden als bereits wirkender Einfluß der nordkoreanischen Diktatur, in Österreich: Von Größenwahn befallen. Diese Ausstellung stützt kein System. Ganz besonders wird diese Ausstellung nicht das Geringste zum Gegenteil beitragen, also zum Sturz der nordkoreanischen Diktatur.

Diese Ausstellung ist bloße Ausstellung der diktatorisch Verwöhnten, die zum eigenen Wohle, nach einer Aussage von Peter Noever zum Wirken der Kunst, nichts davon halten, Kunst als Einspruch zu sehen, das Schlechte in ihrer Raumzeit kümmert sie wenig, sie malen die gewünschte Wirklichkeit, in der sie geachtet leben. Und für das nordkoreanische Regime wird diese Ausstellung ein kleines und möglicherweise brauchbares Propagandamittel sein. Allerdings könnte es auch sein, daß dieses Mittelchen für das göttergleich verehrte Regime als ein zu unbedeutendes abgetan wird. Diktaturen agieren, wie bekannt ist, systemisch willkürlich.

PS Es gibt, so kann es auch verstanden werden, wohl so etwas wie ein Unbehagen an dieser Ausstellung auch bei jenen, die für diese Ausstellung das Wort ergreifen. Der Titel Blumen für Kim Il Sung mag, wie einer von ihnen meint,  ironisches Potential haben … Aber es ist die Ironie, ohne die im Westen kaum noch wer etwas wagt. Es ist die folkloristische Ironie …

 

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