Die verwelkte Denke der Andrea Schurian

Posted on 8. Mai 2010

5


 

Wer wissen möchte, wie Diktaturen funktionieren, wer wissen möchte, wer die grausamen Geschäfte der blumengebetteten und freundlich lächelnden Diktatoren tatsächlich besorgt, wer wissen möchte, wer Diktaturen stützt, wer Diktaturen stabil hält, der ist gut versorgt, mit den Texten jener, die sich aufgeklärt geben, die sich modern geben, die sich demokratisch geben, die sich kritisch geben, die sich wissend geben, die sich informiert geben …

Zum Beispiel mit den Artikeln von Andrea Schurian, zum Beispiel mit ihrem Produkt in der Tageszeitung Der Standard vom 27. April 2010: Keine Blumen für Josef Pröll

Es mag Andrea Schurian selbst mutig erscheinen, gegen Josef Pröll zu polemisieren, aber im glücklichen Wissen, es gibt im Gegensatz zur nordkoreanischen Gegebenheit noch eine andere Partei, nämlich die SPÖ, die Andrea Schurian für ihr Engagement dankbar sein wird und freundlich gesinnt, ist es nicht mutig, sondern lediglich parteipolitische Schreibe.

Andrea Schurian verwendet in dem oben verlinkten Artikel das Wort Denke; es ist mit Andrea Schurian tatsächlich zu sagen: Denke sie, mit Frage- und Ausrufezeichen …

Kunstindustrie für Peter Noever, im TurmAm 25. März 2010, nur einen Monat davor, schreibt Andrea Schurian in der Krone der österreichischen Intellektuellen, es müsse diskutiert werden über neonazistische Umtriebe, über rechte Gedankenbrühen, über blauen Alltagsfaschismus

Es ist so leicht vorstellbar, wie auch Andrea Schurian gegen eine Ausstellung von gemalter, gefilmter usw. Propaganda der nationalsozialistischen Diktatur, kuratiert von der Burschenschaft Olympia und unter dem Ehrenschutz von Martin Graf, anschreiben würde, gegen eine Ausstellung einer mit dem Werkzeug der Kunst hergestellten Propaganda einer nicht mehr existierenden Diktatur … Es würde wohl von Wiederbetätigung gesprochen werden, es würde wohl nach dem Verbotsgesetz gerufen werden …

Die Polemik von Andrea Schurian gegen Josef Pröll enthält derart viel Überholtes, aber das für wohl viele österreichische Intellektuelle nach wie vor aktueller handlungsanleitender Wissensstand ist, daß es nicht lohnt, darauf näher einzugehen, daß es am besten wäre, gleich an dieser Stelle den Text abzubrechen, nicht weiter zu schreiben, um nicht selbst, auch noch, in der Brühe österreichischer Intellektualität zu ersaufen …

Bis auf eines.

Andrea Schurian kümmert es nicht, wie in Nordkorea die MAK-Ausstellung propagandistisch ausgeschlachtet werden könnte, und es ist mit Sicherheit anzunehmen, es wird auch ausgiebigst ausgeschlachtet werden. Für die nordkoreanische Diktatur wird Österreich zur Welt, die Nordkorea achtet und ehrt, die das nordkoreanische totalitäre Regime würdigt … Und die Propaganda in Nordkorea braucht nur die MAK-Ankündigung zu verbreiten, in der von der demokratischen Volksrepublik gesprochen wird, nicht von der Diktatur, sondern von der demokratischen

PS Auf diesem parteilichen Weg kann sogar eine Andrea Schurian qua Propaganda der fernen aber existierenden und auch von Künstlerinnen und Künstlern gestützten Diktatur zu einer Weltintellektuellen aufsteigen …

Posted in: Politik