Die alte, aber aktuelle Hauptlüge in Österreich: Bürgerlichkeit ist Naturanständigkeit

Posted on 9. März 2010

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Es gab am verwichenen Sonntag eine Diskussion im österreichischen Fernsehen darüber, wie rechts Österreich sei. Es hätte aber besser darüber diskutiert werden sollen, warum wird in Nationalstaaten immer eine Gesellschaftslüge gebraucht.

Oliver Rathkolb hatte mit seiner Fehlleistung, die in Auseinandersetzungen mit Sozialheimatschafterinnen, mit Nationalpatrioten, mit Revisionisten unverantwortlich ist, weil eben diese Bünde, Gruppen, Lager nur darauf lauern, derartige Fehlleistungen für ihre Agitation einsetzen, mit derartigen Fehlleistungen den für sie allein existenznotwendigen Feinden Glaubwürdigkeitswunden schlagen zu können, den Vorhang zur zwar alten, aber aktuell neuen Hauptlüge in Österreich etwas hochgezogen.

Oliver Rathkolb wollte gelehrt aufzeigen, wie Sozialheimatschafterinnen, konkret also Barbara Rosenkranz, codiert mit ihren weltanschaulichen Positionen in die Öffentlichkeit treten. Und Oliver Rathkolb verwies darauf, Barbara Rosenkranz hätte einem Bürgerlichen, hätte Erwin Pröll unterstellt, Erwin Pröll fände, Mineratte wären in Österreich »artfremde« Bauten. Und Oliver Rathkolb sprach mit seiner Einschätzung, ein bürgerlicher Landeshauptmann würde so etwas nie gesagt haben können, das Bürgerliche frei von ungehörigem Gedankengut …

Die Fehlleistung von Oliver Rathkolb an sich ist dabei nicht das besonders zu Betonende, sondern seine Einschätzung, ein Bürgerlicher könne so etwas gar nicht gesagt haben können.

Und damit liegt die aktuelle Hauptlüge, die in Österreich die Staatslüge, Opfer des Nationalsozialismus gewesen zu sein, abgelöst hat, offen. Bürgerliche seien von Natur aus anständig, Bürgerliche seien nicht dazu in der Lage, derartiges von sich zu geben.

Aber die Wahrheit ist, der Bürgerliche Erwin Pröll hat von der Artfremdheit gesprochen, die Wahrheit ist, die Bürgerlichen haben im österreichischen Parlament Dr. Martin Graf zum III. Präsidenten NR gewählt, die Bürgerlichen haben in 2000 die sozialheimatschaftliche Partei zur Regierungspartei erhoben, auf den Herden der Bürgerlichen, um der Lieblingsbeschwörung Vergangenheit in diesem Land Tribut zu zollen, wurde die Adolf Hitler stärkende Suppe zubereitet …

Die Frage ist nicht, wie rechts ist Österreich. In diese Frage ist die Hauptfrage nach der Gefährlichkeit eingearbeitet. Die Frage ist also nicht, wie rechts ist Östereich, sondern, wie gefährlich ist das Bürgerliche. Und die Bürgerlichen in Österreich sind nicht nur die Angehörigen der christlich-sozialen Partei …

Dazu bedurfte es im Grunde aber gar nicht einer das Bürgerliche schönenden Einschätzung durch einen bürgerlichen Historiker –, bürgerlicher als beispielsweise eine Barbara Rosenkranz in ihren ländlerischen Cottage-Kostümen mit ihrem Ehemann kann auch auch ein Erwin Pröll, ein Hans Dichand nicht mehr in die Öffentlichkeit treten …

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