Gesetzlich österreichisch abgesichert: Freiheit von Kunst

Posted on 23. Januar 2010

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Richtigerweise enthält die heutige Antwort zu Österreich ist keine Nation der Kultur, sondern eine der Seitenblicktur von der Generaldirektion/Gremien des Österreichischen Rundfunks den Hinweis, daß die Auswahl der Kandidaten und Kandidatinnen für die Wahl zum Publikumsrat nicht im Einflußbereich des ORF liege.

Der Publikumsrat, wird weiter informiert,  hat 35 Mitglieder: 12 werden von Organisationen direkt bestellt (ÖGB, Wirtschaftskammer, Kirchen etc.), 6 werden gewählt und 17 bestellt der Bundeskanzler.

Und mit dem Bundeskanzler ist eine der zuständigen Stellen angesprochen, die dafür verantwortlich sind, wie im oben verlinkten Text geschrieben, daß es keine Kunst …

Der ORF, muß ergänzt werden, hat ebenfalls keinen Einfluß auf die Einteilung der Bereiche, die zur Wahl stehen. Denn diese Bereiche sind im Gesetz festgeschrieben:

(7) Zur Wahl stehen dabei die gemäß Abs. 5 von den jeweiligen Einrichtungen und Organisationen zu den Bereichen Bildung, Jugend, ältere Menschen, Eltern bzw. Familien, Sport und Konsumenten vorgeschlagenen Personen.

Dies zeigt aber nicht nur die gesetzliche Fernhaltung von Kunst auf, sondern auch, wie weit ab von heutigen gesellschaftlichen Gegebenheiten Gesetze verabschiedet werden, die österreichische Legislative sich ihre gewünschte Wirklichkeit erschreibt. Dafür mag der Hinweis ausreichen auf den Bereich Eltern bzw. Familien …

Es ist schlicht der krampfhafte Versuch der Aufrechterhaltung der römisch-katholischen Dominanz. Auch wenn es in dem Gesetz großzügig heißt,

je ein Mitglied aus den Bereichen der gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften, der Hochschulen und der Kunst zu bestellen ist;

Aber wer aus dem Publikumsrat sitzt im Stiftungsrat? Es ist ein christlicher Kirchenmann, der zu 100% Kirchen und Religionsgesellschaften vertritt, während die von einem Stadtteil Roms aus absolutistisch regierte römisch-katholische Kirche nach Mitgliederzahlen …

Aber wer ein Diesseits und ein Jenseits zu vertreten hat, kann mit einhundert Prozent vatikangemäß sich nicht abspeisen lassen. Auch die jenseitigen 100% schreien nach erhörter Vertretung: im Bereich Bildung durch die Kandidatin der Vereinigung christlicher LehrerInnen, im Bereich Eltern bzw. Familien durch den Kandidaten des Katholischen Familienverbandes Österreichs … Und wie viele der Kandidaten und Kandidatinnen in allen Bereichen sind passive Mitglieder, also Schläfer und Schläferinnen, des absolutistisch regierten römisch-katholischen Staates?

Um zur österreichischen Freiheit von Kunst zurückzukehren. Für die Kunst, wird es heißen, sitze im Stiftungsrat ohnehin Dr. Franz Medwenitsch …

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