Zentralrat der Konfessionsfreien: Noch ein paar kardinalswürdenwütige selbsternannte Vertreter auf Erden

Posted on 23. Dezember 2009

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Die Anmerkungen, ist voranzustellen, zu diesem neuen Verein beziehen sich in erster Linie einmal auf Informationen, die heute gelesen wurden auf Freidenkerbund.

Daß dieser von den wohl äußerst kleinen und wohl äußerst unbedeutenden Trägervereinen AHA, AG-ATHE und Freidenkerbund neue Verein sich nicht gleich Kirche der Moscheefreien oder Kalifat der Kirchefreien oder … nennt, könnte, um positiv zu beginnen, beinahe bescheiden genannt werden.

Womit alles Positive zu dieser Gründung aber schon gesagt ist.

Bereits die Überschrift auf Freidenkerbund, unter der über die Gründung dieses Zentralrates berichtet wird, ist anmaßend in der Art, wie diese vor allem von den Kirchen der verschiedenen Glaubensrichtungen gekannt wird.

Dieser Zentralrat vertritt entgegen seiner Propaganda  nicht 1,8 Millionen, sondern, um ein Bekenntnis abzulegen, 1,8 Millionen minus 1. Es kann durchaus vermutet werden, daß es weitere in diesem Land geben wird, die nicht von einem Zentralrat vertreten werden wollen, der ungefragt und somit undemokratisch sich anmaßt, wie ein Vatikan, der Vertreter für alle zu sein, so daß geschrieben werden kann: dieser Zentralrat vertritt 1,8 Millionen minus n.

Wie von diesem kleinen Verein von drei kleinen Trägervereinen bereits im Titel behaupten werden kann, mit diesem Zentralrat hätten die 1,8 Millionen minus n endlich eine rechtliche Vertretung, werden diese Kardinalswürdenwütigen vor der Schlange Kirchen zu erklären haben, woher sie die Legitimation zur rechtlichen Vertretung haben, und noch mehr: sie werden zu belegen haben, wer und was diesen Zentralrat als rechtlichen Vertreter legitimiert, wie diese rechtliche Vertretung juristisch …

In diesem oben angeführten Bericht wird auch von  Gleichberechtigung, von Verstaubtheit gesprochen, auch von einem frischen Wind, den dieser Zentralrat in die Debatte … Dafür ist zu danken; denn es erleichtert, einen Schlußsatz zu formulieren.

Ein Vereinskabinett der Konfessionsfreien ist, auch wenn es gerade erst gebaut wurde, so verstaubt wie jede Kirche und jede Moschee, aus dem auch kein frischer Wind in die Landschaften der Gesellschaft wehen wird, sondern in dem in der gleichen abgestandenen Luft der Kirchen und Moscheen Diskurse der Vergangenheit für sich in selbsternannter Wichtigkeit und zugleich in nicht selbsteingestandener Kleinheit mit der Litanei nach gleicher Berechtigung zur religiösen Führerschaft …

PS Prophetengleich verkünden diese Zentralräte den Ungläubigen, daß und wievel Steuern für Religionsgemeinschaften sie in jedem Jahr zu zahlen haben. Was für ein Argument.

Oder bereits mehr, ein Heilsversprechen, das ändern zu können. Und wer wird die Unwissenden über ihre steuerliche Mitfinanzierung der Subvention für diesen Zentralrat einst informieren; denn es kann mit Blick auf das vereinsorganisierte Österreich davon ausgegangen werden, daß bereits mit der Verabschiedung der heiligen Statuten auch ein Subventionsansuchen abgeschickt wurde.

Es wird ein anderer, ein weiterer Verein sein, vielleicht mit Namen Zentralrat der Steuerfreien zur Freude, keine Konfessionsvereine finanzieren zu müssen. So könnte in das Leben von jenen Menschen, die zu wenig verdienen, um Steuern entrichten zu müssen, auch ein wenig …

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