Werner Faymann ist dafür, die Gier des Stuhls in der Verfassung auch noch zu verankern

Posted on 15. November 2009

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Denn mit Geldgier ist die beste Übersetzung für das Wort Kreuz gefunden, die gefunden werden kann.

Selbstverständlich hat Werner Faymann nicht gesagt, er wolle, bei Gefahr, die Konkordats-Regel zur Geldgier in die Verfassung aufnehmen. Werner Faymann sagte im Interview mit der Tageszeitung »Ö …«:

Sollte Gefahr drohen, dass die Kreuze per Gericht verboten werden, wäre ich dafür, die Konkordats-Regel zum Kreuz in die Verfassung aufzunehmen.

Wer aber die Übereinkunft zum Besten des kirchlichen Lebens liest, wird in diesem Vertrag zwischen dem Stuhl und Engelbert Dollfuß keine explizite Regel zum Kreuz oder allgemein zu religiösen Symbolen finden.

Somit bleibt die Frage, welche Konkordats-Regel zwischen dem absolut regierten Stuhl und der demokratischen Republik Österreich denn Bundeskanzler Werner Faymann …

Und auch in den zahlreichen Zusatzverträgen zwischen dem Stuhl und der Republik Österreich, so diese ohne lange Suche aufgefunden werden konnten, gibt es keinen Hinweis auf eine Kreuz-Regelung. Dafür offenbaren diese Zusatzverträge, wie die Republik Österreich seit Jahrzehnten gehorsam bereit ist, die Geldgier des Stuhls zu befriedigen. Denn in diesen Zusatzverträgen geht es auschließlich um Geld, Geld und wieder Geld, das der Stuhl sich einzuverleiben …

Anhand dieser endlosen Geschichte der nicht nur finanziellen Bevorzugung der römisch-katholischen Kirche ist der Aufschrei der Angehörigen des Stuhls gegen das Kreuz-Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte verständlich, muß von ihnen doch befürchtet werden, damit einhergehen könnte auch ein Verstopfen ihrer Geldquellen.

Entweder gibt es noch Konkordats-Regeln, die nicht frei zugänglich respektive nicht leicht zu finden sind, oder Werner Faymann verwechselt Religionsunterrichtsgesetz und Konkordat. Wenn es also diese gibt, ist es kein ungehöriges Ersuchen um leicht auffindbare Veröffentlichung dieser. Von einer Kreuz-Regelung qua Konkordat erzählen ja auch andere, beispielsweise die christlichen Herren Andreas Khol, Christoph Schönborn.

Eher ist aber anzunehmen, daß es keine explizite Konkordats-Regel zum Kreuz, sondern eine stuhlförderliche Vertragsauslegung gibt; denn auch in der Dissertation zur Kündbarkeit des Konkordats aus 2008 von Frau Mag. theol. Dr. iur. Kora Waibel wird in Zusammenhang mit dem Kreuz lediglich das Religionsunterrichtsgesetz erwähnt.

Sollte Gefahr drohen, um mit Herrn Faymanns Sorge einen Abschlußsatz zu finden, dann wird diese nicht durch das Abhängen von Kreuzen sein, sondern die Gefahr droht durch Kreuz-Aufhänger, die beispielsweise in Spanien das Losungswort für christlich-religiös motiviertes Morden gegen Andere, die nicht ihren Dogmen freiwillig gehorchen und gar noch Positives zur Entwicklung der Gesellschaft beitragen wollen, bereits ungeniert einsetzen: Ketzer

Nachtrag, 17. November 2009, Korrektur

Es gibt diese Absicherung durch das Konkordat tatsächlich. Ein Vertrag zwischen dem Stuhl und der Republik Österreich aus 1962. Somit muß eingestanden werden, zwar intensiv und mehrmals gesucht zu haben, aber schließlich doch noch zu wenig gesucht zu haben. Immerhin wurde selbst weiter gesucht, und jetzt, endlich, auch der entsprechende Vertrag gefunden.

PS Dieser Vertrag aus 1962 bringt zutage, daß die Kreuzsuppe erst in der zweiten Republik auf den Herd gestellt wurde, namentlich von den Köchen Drimmel und Kreisky. Das Konkordat aber wird breit öffentlich doch der Hochzeit von Engelbert Dollfuß und dem Stuhl zugewiesen, somit auch die Kreuzregel. Welche Strategie Bruno Kreisky damit verfolgte? Wollte er den Stuhl damit über den Tisch ziehen? Das Kreuz muß ja abgehängt werden, wenn die Mehrzahl der Schüler und Schülerinnen nicht mehr einem christlichen Religionsbekenntnis angehört. Aber, wie gewußt wird, wer einen Stuhl über den Tisch zieht, macht sich nur …

Es ist für eine demokratische Republik höchst fragwürdig, sich zu verpflichten, das Logo eines absolut regierten Staates zu verbreiten, mit dem Logo des Vatikans also Werbung für einen nichtdemokratischen Staat betreiben zu müssen. Aber es ist nicht nur das Logo allein. Damit verbunden ist ja auch die politisch inhaltliche Verpflichtung, wie im § 5 Abs. 2 zu lesen ist: »die der staatsbürgerlichen Erziehung nach christlicher Lehre« …

Und auch mit diesem Vertrag von 1962 befriedigt die demokratische Republik Österreich die Geldgier des Stuhls. So kurz kann also kein Vertrag sein, daß er nicht dennoch für den Stuhl wieder ein paar Millionen …

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