Christoph Schönborn – Stellvertreter der Beleidigung auf Erden

Posted on 14. November 2009

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Ein Artikel von gestern auf Stephanscom.at mit einer Zusammenfassung von Aussagen des ersten Stellvertreters der Beleidigung auf Erden in Österreich, um dieses Land als Beispiel herauszugreifen, ist eine gute Gelegenheit, wieder einmal, auch wenn es seit Jahrhunderten eigentlich nicht mehr notwendig sein sollte, klar festzuhalten, weshalb das von Glauben beruflich Ausübenden Gesagte ständige Beleidigungen sind, ihre Aussagen absolut zu ignorieren und sie keine Adresssaten für welche Forderungen auch immer sind.

Die beruflichen Stellvertreter der Beleidigung auf Erden haben, damit sie als Diskussionspartner in Fragen gesellschaftlicher Entwicklungen je anerkannt werden können, erst einmal mit Aussagen zu beweisen, daß sie geistig in 2009 angekommen sind, erst einmal mit Aussagen nach dem Stand heutiger Erkenntnisse zu beweisen, daß sie dem Anderen, der nicht in ihrer Organisation angestellt ist, daß sie der Anderen, die nicht Mitglied ihrer Organisation ist, tatsächlichen Respekt erweisen.

Denn die beruflichen Stellvertreter der Beleidigung auf Erden beleidigen jede und jeden durch ihre absolute Ignoranz heutigen Wissens und sie verachten jede und jeden durch ihre seit Jahrhunderten wiederkäuenden Aussagen, mit denen sie auch weiter herrschaftlich glauben, gesellschaftliche Entwicklungen bestimmen zu können.

Die Stellvertreter der Beleidigung auf Erden sind nicht nur Beleidiger, sondern vor allem Lähmer von gesellschaftlichen Entwicklungen, weil sie unverdient weiterhin wichtig genommen werden und unverständlicherweise nach wie vor eingebunden sind in alle gesellschaftsentwickelnden Prozesse, obgleich ihr Wiedergekäutes seit Jahrhunderten schon überholt ist, vor Jahrhunderten bereits endgültig widerlegt wurde.

Als konkretes Beispiel, wie sehr die Stellvertreter der Beleidigung auf Erden Zeit und Energie von allen nur mißbrauchen, kann in Gegenüberstellung der zitierten Aussagen von Christoph Schönborn im oben verlinkten Artikel angeführt werden:

Es ist erlaubt, die Abtreibung vor der Belebung des Kindes vorzunehmen, damit die schwangere Frau nicht Tod oder Schande erleidet.

Es ist wahrscheinlich, daß jeglicher Fötus, solange er sich noch im Mutterleib befindet, der rationalen Seele ermangelt und daß er sie erst zu besitzen beginnt, wenn er zur Welt gebracht wird; folglich wird man sagen müssen, daß man bei keinem Abortus einen Mord an einem Menschen begeht.

Das sind zwei der in der Formulierungskunst ihrer Zeit geschriebenen Thesen der Probabilisten, die 1679 von Innozenz XI. verurteilt wurden.

Und woran erinnert Christoph Schönborn mit seiner in dem oben verlinkten Artikel zitierten Aussage, wenn er sich durch das Kreuz-Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshof erinnert fühlt an die totalitären Regime des 20. Jahrhunderts?

Nein, es kommt jetzt keine Ausführung zum totalitären Regime des Vatikans. Mögen die Stellvertreter der Beleidigung auf Erden auch Weitergänger dieses Regimes, das seit seinem Bestehen auch Hochzeiten mörderischen Wütens hatte, sein, so stellen sie, wird ihnen nur der ihnen geistig auch zustehende Platz im gesellschaftsentwickelnden Diskurs zugewiesen, keine Besorgnis oder gar Gefahr mehr dar; denn höchstens in Filmen kann Geistern beispielsweise aus dem 17. Jahrhundert, ist die Hoffnung, noch erlaubt werden, ein totalitäres Regime mit Verbrechen und Massenmord zu beleben.

Aber diese gefühlte Erinnerung von Christoph Schönborn ist anzuführen, weil sie ebenfalls eine Beleidigung von heute Lebenden ist. Mit dieser seiner Gleichsetzung denunziert Christoph Schönborn jede und jeden als historisch Unwissende; als ob außer Christoph Schönborn niemand wüßte, was die totalitären Regime des 20. Jahrhunderts tatsächlich waren, was diese tatsächlich taten. Die totalitären Regime des 20. Jahrhunderts haben nicht Urteile im Namen der Menschenrechte verkündet, sondern sie haben Menschen, wie es beispielsweise vom nationalsozialistischen Regime gewußt wird, industrialisiert ermordet, sie haben Menschen, wie es auch vom kommunistischen Regime gewußt wird, verfolgt und aus der Gesellschaft verbannt, auch Menschen, denen die Stellvertreter der Beleidigung auf Erden beispielsweise heute noch keine Gleichstellung in der gesetzlichen Verankerung ihrer Partnerschaften zugestehen wollen.

Und dennoch sollte mit den Stellvertretern der Beleidigung auf Erden nachsichtig umgegangen werden, nicht zuviel von ihnen verlangt werden. Es wäre schon ein Anfang, würden die Stellvertreter der Beleidigung auf Erden wenigstens den Wissensstand der Probabilisten, um bei diesen als Beispielgeber zu bleiben, des 17. Jahrhunderts erreichen, es wäre beinahe eine Basis, um sie in gesellschaftsentwickelnde Prozesse einbinden zu können.

Nachdem aber die Stellvertreter der Beleidigung auf Erden vor allem lernresistente Traditionalisten sind, ist menschgemäß nicht viel Hoffnung, daß sie je bereit sind, nicht einmal aus Respekt vor dem Anderen, sich zu bilden, wenigstens soweit sich zu bilden, um zumindest den Wissensstand des 17. Jahrhunderts zu erreichen; denn sie scheinen, wie Christoph Schönborn heute und Innonzenz XI. gestern, das Verurteilen mehr zu lieben als den Nächsten und vor allem die Nächste.

PS Die oben zitierten Thesen sind entnommen den Dissidenten von Juan Goytisolo, der aus einem Land kommt mit Stellvertretern der Beleidigung auf Erden, die wenigstens soviel Haltung aufbringen, um mit sie unmißverständlich als Inquisitoren kenntlich machenden Worten zu beleidigen, zu drohen und zu verurteilen.

PPS Wie in den letzten Tagen zu lesen war, beschäftigt sich der Vatikan derzeit auch mit Außerirdischen. Christoph Schönbon schrieb dazu gestern auch etwas in der Umsonstzeitung »Heute«. Es scheint, als suchte der Vatikan bereits nach neuen Opfern. Menschen schicken ja schon seit einiger Zeit Nachrichten in das All. Diese Nachrichten sollten unbedingt ergänzt werden um Informationen über die Stellvertreter der Beleidigung auf Erden. Damit Lebewesen auf anderen Planeten vor diesem Diskurselend mit Stellvertretern der Beleidigung auf Erden gewarnt sind. Es kann menschgemäß nicht gewußt werden, ob diese Lebewesen überhaupt Mitteilungen vom Menschen benötigen, aber es ist auch eine Verpflichtung, nicht allein Schönfärberisches über die Stellvertreter der Beleidigung auf Erden in das All zu senden.

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