Andreas Unterberger liest den Freiheitlichen dankend eine Studie

Posted on 27. Oktober 2009

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Einmal noch soll zu Andreas Unterberger hier Stellung bezogen werden. Wie gut die Entscheidung war, die Tageszeitung der Republik Österreich endlich einer neuen Leitung anzuvertrauen, bestätigt Andreas Unterberger nachträglich noch einmal so rasch wie eindrücklich selbst. Und es ist anzunehmen, es wird nicht seine letzte Bestätigung bleiben. Aber es wird die letzte Fußnote hiermit geschrieben, zu einem der redlichen Blocker in diesem Land.

Mit seiner, es kann kaum anders eingestuft werden, Dankschreibe an die Freiheitlichen für deren qualifiziert lautes Eintreten gegen eine Nichtverlängerung des Vertrages von Andreas Unterberger mit der Tageszeitung der Republik, unter der Überschrift: »Good News: immer weniger Antisemiten in Österreich«.

Andreas Unterberger schreibt:

Es gibt nur ganz wenige Gruppen, wo die Zustimmung zu jener Aussage auch nur annähernd signifikant hervorstechen würde. Am ehesten findet man das Ja zur Holocaust-Leugnung noch in Kärnten mit 9 Prozent. Während diese Tendenz manchen Erwartungen entsprechen dürfte, verblüfft das Ergebnis der Parteipräferenzen: Denn bei den SPÖ-Sympathisanten halten immerhin 8 Prozent den Holocaust für nicht erwiesen an, während es bei der FPÖ nur 3 Prozent sind. Unerwartet ist auch die Altersschichtung: Da ragen ausgerechnet die 30- bis 39-Jährigen mit 9 Prozent als am  – relativ – problematischsten heraus. Die Studie gibt zumindest zu zwei Schlußfolgerungen Anlass: Man kann zwar streiten, ob der Unterschied zwischen SPÖ und FPÖ signifikant genug ist, um daran negative Aussagen über die SPÖ zu knüpfen. Eindeutig ist aber jedenfalls der umgekehrte Satz,  dass die Wähler der FPÖ in keiner Weise als überdurchschnittlich Nazi-affin hingestellt werden dürfen.

Was jedoch Andreas Unterberger nicht ausführt, ist in der heute von GfK Austria erhaltenen Antwort zu lesen:

Wie bei jeder Umfrage werden auch bei unserer jährlichen Holocauststudie Untergruppen ausgewiesen. [N]=1.000 Interviews. Das bedeutet aber, dass alle Untergruppen zu klein sind, um statistisch verlässliche Ergebnisse zu erbringen. So basieren die Interviews in Kärnten auf 74 Fällen. Wenn hier 9% gemessen werden, so können das nach der Schwankungstabelle auch nur 4% oder auch 14% Prozent sein. Eine verlässliche Aussage ist nicht zu treffen, wenn auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Zahl der Personen, die die Judenmorde leugnen, in Kärnten höher ist als anderswo. Ähnliches gilt für die anderen von Ihnen genannten Gruppen. Auch 170 Interviews (30-39-Jährige) geben noch keinerlei Sicherheit (Schwankungsbreite +- 3%). Für die von Ihnen gewünschten Daten wäre also eine Spezialuntersuchung nötig. [Hervorhebungen B.K.]

Das ist die Antwort auf die an GfK Austria gesandte Frage, weil es beim Lesen des unterbergerschen Dankesschreiben augenblicklich klar war, Dr. Andreas Unterberger möchte erneut beweisen, was für ein redlicher Mann er ist:

Einem Blog entnehme ich, daß es in der Studie auch Angaben geben soll: nach Bundesländern, Parteien. Also zum Beispiel, daß es am meisten Zustimmung in der Frage des Holocausts noch in Kärnten mit 9% geben soll, bei der SPÖ mit 8%, FPÖ 3%. Auch Unterschiede beim Alter: 9% bei 30- bis 39-Jährigen.

Und es muß auch, einmal noch, gewürdigt werden, was für ein Denker Andreas Unterberger ist. Wer sonst noch könnte eine derart intellektuelle Fahrt unternehmen, als ein Dr. Andreas Unterberger: von einer Holocauststudie zum Antisemitismus. Und dabei auch noch in unvergleicher denkerischer Schärfe das befreiende Urteil sprechen: »immer weniger Antisemiten in Österreich«.

Vermutlich bezieht sich Andreas Unterberger jedoch nur auf die Männer, und in Hohenems haben die Frauen … Es könnte aber auch sein, daß ein Ort mit einem solchen Wahlergebnis für eine gewisse Zeit in ein Versteck, möglicherweise sogar in ein Versteck außerhalb von Österreich, verbracht wird, so dass ein solcher Ort nicht die Lesung einer Studie stört.

Und jetzt stellen Sie sich vor, in welcher Zeitung die Dankschreibe zu lesen gewesen wäre, wenn Andreas Unterberger …

PS Morgen wird Dr. Martin Graf ein Jahr III. Präsident NR gewesen sein. Seit 18. Juni 2009 ist es möglich, an einer Umfrage sich zu beteiligen, zur Frage: ob nur Martin Graf oder alle 109 Abgeordneten, die Martin Graf zum III. Präsidenten NR wählten, zurücktreten sollen. Es ist also wieder einmal Zeit für einen Zwischenstand: 34% oder 81 Personen sind dafür, daß alle 109 Abgeordneten zurücktreten, 27% oder 65 Personen sind dafür, daß nur Martin Graf zurücktritt. 34% oder 80 Personen sind dagegen, daß alle 109 Abgeordneten zurücktreten. 5% oder 12 Personen wollen, daß andere zurücktreten. Somit haben bis heute 238 Personen an dieser Umfrage teilgenommen.

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