Für »Auschwitz-Vergleich« ein Brief im Sommer vom Bundespräsidenten und ein Geschenk zum Nationalfeiertag: Parlamentarischer Festakt

Posted on 25. Oktober 2009

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Auf UnzensuriertAt von Martin Graf, der in wenigen Tagen ein Jahr III. Präsident NR gewesen sein wird, wurde in der Woche vor dem Nationalfeiertag der Republik Österreich sowohl über den Festakt im Parlament für die Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft als auch über die Geschichte und die Gegenwart der Donauschwaben berichtet.

Während im selben Jahr in Deutschland der Tierschutzorganisation Peta vom Bundesverfassungsgericht untersagt wird, Holocaust-Vergleiche für ihre Werbung einzusetzen, werden in Österreich u.a. von einem III.  Präsidenten NR volksdeutschorientierte, also menschgemäß einseitige Geschichtserzählungen verbreitet; denn Dr. Martin Graf ist der verantwortliche Betrieber von UnzensuriertAt.

Im Beitrag über die Geschichte und die Gegenwart der Donauschwaben wird zur volksdeutschfreundlichen Geschichtsauslegung von Peter Wassertheurer verlinkt, um ebenfalls gegen die AVNJO-Beschlüsse aufzutreten.

Es sind aber unredliche Mittel, mit denen beispielsweise gegen die AVNJO-Beschlüsse angeschrieben wird. Denn es geht zu sehr um Reinwaschung durch Hochschreibung des Leides der Volksdeutschen zur ethnischen Säuberung, zum Genozid. Dafür werden auch, um die Opferzahlen in die Höhe treiben zu können, auch Soldaten mitgezählt, wie auf Totenbuch-DonauschwabenAt gelesen werden kann:

Gesamtverluste inklusive Soldaten: Zu den 64.000 Ziviltoten kommen 28.000 Soldaten. Insgesamt beklagen die Jugoslawiendeutschen mehr als 92.000 Tote. Diese Zahlen sind als Untergrenze anzusehen.

Allein, in den AVNJO-Beschlüssen werden Deutsche nicht aufgrund ihrer Abstammung, sondern aufgrund ihres Verhaltens verantwortlich gemacht. Das ist schon ein wesentlicher Unterschied zu den tatsächlich rassistischen Gesetzen des Deutschen Reiches. Es wird auch leichtfertig von »Vernichtungslagern« geschrieben. Wobei, wenn auch ungewollt, selbst der Unterschied zu tatsächlichen Vernichtungslagern, die es etwa im Deutschen Reich zur systematischen und industrialisierten physischen Auslöschung von Ethnien gab, benannt wird. Peter Wassertheurer schreibt in dem auf UnzensuriertAt verlinkten Text, etwa 170.000 donauschwäbische Zivilpersonen seien in Lagern gewesen, knapp 35.000 sei die Flucht aus diesen Lagern geglückt. Auch das ein wesentliches Merkmal zur Unterscheidung zu tatsächlichen Vernichtungslagern. Wie viele konnten beispielsweise aus Auschwitz flüchten, wie viele überlebten beispielsweise eine Flucht aus Mauthausen?

Es könnte noch vieles angeführt werden, worüber beispielsweise Peter Wassertheurer in diesem Text nicht schreibt. Aber es geht nicht darum, etwa einem Peter Wassertheurer ein Beispiel redlicher Geschichtsschreibung zu geben. Es ist ohnehin eine vergebene Mühe, jenen von umfassender Geschichte zu reden, die Geschichte ausschließlich national befangen denken und Geschichte ausschließlich national befangen schreiben.

Bemerkenswert daran ist nur, einen Tag vor einem weiteren Nationalfeiertag, wie engagiert in Österreich für die Anliegen etwa von Landsmannschaften, die im Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften organisiert sind, eingetreten wird, hochoffiziell. Nach wie vor. Von den Bundesländern bis zum Bundespräsidenten:

„Ich kann Ihnen somit bekräftigen, dass die von Ihnen vorgebrachten Anliegen der Donauschwäbischen Arbeitsgemeinschaft im Zusammenhang mit den diesbezüglichen Bemühungen Österreichs sehr ernst genommen werden. Es ist zu hoffen, dass es in den angesprochenen Themenbereichen in näherer Zukunft auch zu konkreten Entwicklungen kommen kann.“

Vor allem auch vor dem Hintergrund, welche Experten die Volksdeutschen Landsmannschaften für ihre nationaltreuen Geschichtserzählungen heranziehen, um diese wissenschaftlich und auch rechtswissenschaftlich zu maskieren, wie Prof. Dr. Dieter Blumenwitz, der ein juristischer Berater für die Verfassung der Diktatur in Chile und Mitglied der IGfM war:

Diese Gesellschaft, darf nach einem Berufungsverfahren (entgegen einer anderslautenden Entscheidung des Landgerichtes Aurich) vorerst nicht mehr als „eine Organisation revanchistischer und faschistischer Prägung, deren strukturelle Vernetzung und personelle Verflechtung von ultrarechten Gruppierungen wie den Pan-Europa-Union, dem Witiko-Bund … bis zur rechtsextremistischen Wehrsportgruppe Hoffmann reicht“ bezeichnet werden. Gegen solche Äußerungen, die in einem LeserInnenbrief an eine Lokalzeitung enthalten waren, zieht die IGfM in der Regel alle juristischen Register, um einzelne Personen einzuschüchtern. Und dies, obwohl die „Wehrsportgruppe Hoffmann“ nachweislich engste Verbindungen zum rechtsextremistischen „Hochschulring Tübinger Studenten“ (HTS) hatte, der zugleich als Gruppe Mitglied der IGfM war.

Auch Alfred de Zayas ist IGfM-Mitglied, der schon einmal auf dieser Website erwähnt wurde, ebenso war Felix Ermarcora, ein weiterer wichtiger Experte für die Landsmannschaften, in der IGfM.

PS Wen mag es noch verwundern, wenn gewußt wird, daß Otto Habburg, ein IGfM-Kuratoriumsmitglied, sagte, was er sagte, im Parlament der Republik Österreich, im März 2008.

 

 

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