Fragen vor dem Regal mit der „volksgünstigen Volkszahnbürste“

Posted on 13. September 2009

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Mit Werbung soll, ist zu hören, um erfolgreich zu sein, nicht unbedingt direkt für das Produkt selbst geworben werden, sondern eher ein Lebenstil schmackhaft gemacht werden, angenehme Gefühle erzeugt werden, eine Identifikation ermöglicht werden …

In einem Wiener Geschäft vor dem Regal mit diesem Produkt stellen sich so augenblicklich Fragen von selbst ein, wie diese:

Wieso ist die Volkszahnbürste volksgünstig, wenn doch vom gleichen Unternehmen gleich günstige und sogar noch günstigere elektrische Zahnbürsten angeboten werden?

Wie günstig ist also volksgünstig, wenn es günstigere elektrische Zahnbürsten als die Volkszahnbürste gibt?

Und kann vom Preis her dann gefolgert werden,wer völkisch einkauft, erkauft sich teuer Identifikation usw.?

Und wenn dem so ist, sind dann auf den Vorstandsetagen von Unternehmen aber auch von Parteien Listen von Synonymen ausschießlich für den internen Unternehmens- aber auch Parteiengebrauch aufgelegt, nach denen in der externen Kommunikation verpflichtend vorzugehen ist: wie völkisch für idiotisch, Volkstum für IdiotentumVolk für Ausnehmeinheit usw.?

Will dieses Unternehmen mit einer Volkszahnbürste auch etwas Weltanschauliches verkaufen, und wenn ja, welche Weltanschauung?

Wird mit der Volkszahnbürste unfreiwillig oder möglicherweise doch sehr beabsichtigt eine politische Richtung mitbeworben, und wenn ja, ist eine solche Werbung bereits Garantin für hohe Absatzzahlen, und

können von solch einer Werbung politische Gruppierungen bereits auch profitieren, oder, zumindest, kann mit einer solchen Werbung eine für sie wahlgünstige Atmosphäre bereits mitgeschaffen werden?

Mit diesen Fragen das Wiener Geschäft wieder verlassend und auf die Straße tretend will sich keine Antwort finden lassen, weshalb all diese Fragen sich von selbst aufdrängen: bei dem für die Gesundheit so wichtigen Produkt Zahnbürste.

Posted in: Politik