Allah yoktur

Posted on 21. Juli 2009

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Für das Gedachte, genauer, für das Gegläubigte von Gläubigen ein weiteres aktuelles Beispiel:

„Schon Nietzsche hat behauptet „Gott ist tot“ – nach einiger Zeit hat sich herausgestellt, Nietzsche ist tot und Gott lebendig“, sagte der Sprecher der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger, der APA. Grundsätzlich sei das Gespräch über Gott und seine Existenz immer zu begrüßen, müsse aber auf Augenhöhe und mit gegenseitigem Respekt geführt werden. In Österreich sind mehr als 70 Prozent der Bevölkerung katholisch.

Möglicherweise wollte Erich Leitenberger lustig sein, aber bestimmt wollte Erich Leitenberger nicht denken, sondern Erich Leitenberger gläubigte, wie üblich, religionsgemäß.

Zum einen ist es äußerst ungenau und schlicht nachplappernd, Friedrich Nietzsche derart verkürzt zu zitieren. Zum anderen stellt sich die Frage, wie es denn nun sei mit dem ewigen Leben, wenn Friedrich Nietzsche, wie Erich Leitenberger sagt, tot sei, aber … Wie nie existiert erst muß dann …

Gläubige haben ihre Augen stets starr nach oben gen Höllenhimmel gerichtet – wie können sie so je den Anderen schauen?

In Österreich, um bei diesem Beispielland zu bleiben, besitzen, ist zu vermuten, mehr als 90% eine Bankomatkarte. Welche Argumente können also von einer Prozentzahl abgeleitet werden?  Keine. Prozentzahlen sind keine Argumente. Und religiöse Prozentzahlen sind Drohungen: Wir sind die Mehrheit. Und wer nicht zu uns gehört, wer nicht gläubigt wie wir, hat mit Scheu in gebückter Haltung still zu uns hinaufzuschauen.

Und ist nicht, wieder einmal, bezeichnend, wer für Verbote das Kreuz schwingt? Es ist zum Beispiel ein Abgeordneter der Ein-Paar-Stiefel-Partei mit den Schäften FPÖ und BZÖ, einer aus dem Lager des III. Präsidenten NR, aus dem Lager also, das, wenn es um die Relativierung geschichtlicher Ereignisse geht, stets gegen Verbote kämpft, aus dem Lager, das, wenn es um die Verharmlosung geschichtlicher Ereignisse geht, stets seine Liebe zur Meinungsfreiheit entdeckt.

Und ist es nicht, wieder einmal, bezeichnend, wie schnell, wenn es um religiöse Angelegenheiten geht, Schlagzeilen, zum Beispiel wie diese: Darf man denn das?, die Demokratie wegschreiben wollen?

Erich Leitenberger wollte möglicherweise lustig sein, aber es ist bestimmt nicht lustig, in einer nach wie vor von Religion dominierten Gesellschaft …

Posted in: Politik, Religion