Sätze des Demokraten

Posted on 10. Juli 2009

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Andreas Walser, Martin Walser, Robert Walser haben wohl auch so manche Sätze geschrieben, die Leser irritieren, die jedoch Leserinnen großzügig übergehen können, weil es als Sätze von hommes des lettres eben Sätze der Literatur sind.

Harald Walser schreibt auch welche; aber er schreibt nicht als Schriftsteller literarische, sondern er macht als Politiker pragmatische Sätze.

Über seinen Satz der Reklame Starker Mann wurde schon berichtet.

Im Beitrag von Dr. Harald Walser aber gibt es weitere Sätze, die abstrahiert von dem von ihm behandelten Thema zu bedenken sind, über die also nicht großzügig hinweggesehen werden kann.

Nachdem [x] zuletzt als Mitglied der [x], dem „Parlament“ der [x], Auskunft über [x] forderte, ist er mit einem weiteren Kritiker auf Antrag von [x] einfach abgewählt worden.

Es ist das Wesen einer Wahl, daß über Anträge abgestimmt wird. Anträge können Zustimmung oder Ablehnung erfahren. Was sagt dies also über das entwickelte demokratische Verständnis eines Abgeordneten im Nationalrat der demokratischen Republik Österreich? Was sagt dies also über die demokratische Infrastruktur im österreichischen Parlament?

Denn Harald Walser kritisiert eine Wahl, deren Ergebnis nicht nach seinen anmaßenden Vorstellungen und Einteilungen in Willige und Unwillige entspricht. Denn Harald Walser macht den Antragsteller verantwortlich, wie die Mitglieder dieses legislativen Organs wählten. Denn Harald Walser bezichtigt den Antragsteller des autoritären Verhaltens. Ist Harald Walser, wenn er im österreichischen Parlament einen Antrag stellt, ebenfalls (wenngleich aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im österreichischen Parlament ein ohnmächtiger) Autokrat, mit der Sehnsucht, auch Wahlergebnisse diktieren zu können?

Wenn also ein Angehöriger einer Partei in Österreich, die als eine um die demokratische Entwicklung forciertest engagierte bekannt ist, ebenfalls derartige Sätze schreibt, ist sehr aufzupassen, in welche Richtung es in diesem Land …

Es wird damit aber keinem Alarmismus das Wort geredet, sondern lediglich festgehalten die Stagnation in der demokratischen Entwicklung, die visionsfreie realpolitische Verfaßtheit dieses Landes; wofür menschgemäß kein besserer Beispielgeber zu finden ist als ein Angehöriger einer Partei, deren Name für viele wohl immer noch Synonym ist für Überwindung autoritärer Strukturen, für Entwicklung, für Vision, für …

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