Dichandokratie im Prater

Posted on 19. Juni 2009

1


Diese offene E-Mail wurde heute an Josef Pröll gesandt.

Zur Beteiligung an der angesprochenen Umfrage: https://bernhardkraut.wordpress.com/2009/06/18/rucktritte-von-109-abgeordneten/

Sehr geehrter Herr Pröll,
hiermit erlaube ich mir höflichst, Sie über den ersten Zwischenstand der mit 18. Juni 2009 gestarteten Umfrage, ob nicht alle 109 Abgeordneten, die Martin Graf zum III. Präsidenten NR wählten, gemeinsam auf ihre Mandate verzichten sollten, bekanntzugeben. Wie Sie dem rechts eingefügten Screenprint entnehmen können, Rücktritte von 109 Abgeordneten - Zwischenstand Umfragesprechen sich bereits 40% für einen Rücktritt von diesen Abgeordneten aus. 

Zu den Hintergründen dieser Aufforderung und Umfrage zum gemeinsamen Mandatsverzicht kommen Sie mit einem Klick auf den rechten Screenprint.

Diese Gelegenheit soll aber auch dafür genützt werden, auf Ihre aktuelle Aussage, Sie hätten keine Briefe geschrieben, einzugehen, mit der Sie darauf antworteten, daß das Volk (genauer und besser bekannt unter dem Namen Hans Dichand) vorhat, Sie zum Bundeskanzler und Ihren Onkel zum Bundespräsidenten zu wählen.

Es wird jetzt über diesen Sinneswandel von Hans Dichand (genauer und besser bekannt unter den Namen Volk) verwundert spekuliert.

Aber für eine Verwunderung gibt es keinen Anlaß.

Sie, sehr geehrter Herr Pröll, passen einfacher viel besser zu Hans Dichand, und dies haben er und Ihr Onkel möglicherweise eben erst bei Kaffee und Napfkuchen …

Und Hans Dichand wird wohl der großväterlich-kameradschaftlichen Meinung sein, Sie haben sich ehrlich und endlich eine Belohnung für Ihre Treue verdient.

Ihre Treue zu Martin Graf.

Sie und Ihre Partei stehen so tapfer gegen eine Abwahl von Martin Graf, wie Martin Graf tapfer beispielsweise zu den Vertriebenen steht. Und damit schließt sich der Kreis. Macht es verständlich, warum Volk Sie als Kanzler sich wünscht. Auch die Zeitung von Hans Dichand steht tapfer zu den Vertriebenen. Weder Martin Graf noch seine Ein-Paar-Stiefel-Partei mit den Schäften FPÖ und BZÖ noch die Zeitung von Hans Dichand haben, wie Sie „Gefangen, auch im Erinnern“ (das Buch müßte übrigens auch in der Parlamentsbibliothek noch vorhanden sein) entnehmen können, Berührungsängste zu gewissen Bünden, Gruppierungen, Landsmannschaften. Und, wie Sie in diesem Buch (das übrigens auch mit neuen Kapiteln downloadbar ist unter dem Link „Vertriebene“) nachlesen können, hat die Zeitung von Hans Dichand erst vor ein paar Jahren nicht nur keine Berührungsängste gehabt, sondern auch für eine solche Gruppierung massiv geworben.

Aber es gibt ja immer mehr Gründe, oder patriarchalische Willkür.

Vielleicht ist es auch oder zusätzlich die Belohnung dafür, daß Ihre Innenministerin so tapfer und treu für die Sicherheit des Volkes und gegen Menschen und rechtliche Bedenken kämpft.

Sie und Ihr Onkel können wahrlich, wie Ihr Onkel sagt, stolz sein, stolz auf ein derart ehrenreiches Lob.

So ein Lob, wie Ihr Onkel sagt, gibt Kraft.

Ihnen und Ihrem Onkel ist die Kraft zu wünschen, gemeinsam mit Ihrem Volk auch eine Kugel zu bauen und eine eigene Dichandokratie auszurufen. Niemand in der Stadt, wenn Sie in Wien Ihre Heimat finden wollen, das kann wohl jetzt schon mit Zuversicht gesagt werden, wird Einwände gegen eine Kugel Dichandokatrie im Prater erheben. Ganz im Gegenteil. Es würde den Jahrmarkt nur um eine Attraktion bereichern. Und gerade der Tourismus ist, wie Ihr Außenminister so gut weiß und darum auch wegen Ebensee so besorgt war, immer auf der Suche nach …

Mit einer eigenen Kugel, bedenken Sie diesen Vorteil, könnten Sie schon in einem Monat Bundeskanzler, Ihr Onkel in einem Monat schon Bundespräsident sein. Und Hans Dichand könnte nach einem von Ihnen dann menschgemäß schnell zu verfertigenden Dekret endlich seinen Vulgo-Namen für immer aufgeben und dann endlich gesetzeskonform für immer mit Volk unterschreiben und im Wurstelprater von den Besuchern und Besucherinnen sich auch mit Volk rufen lassen, während Sie und Ihr Onkel bei Ihrer festlichen Parade in Galatracht rund um die Kugel zu fixen Zeiten von Volk bejubelt werden.

Mit den besten Wünschen für eine rasche Fertigstellung Ihrer Kugel und

freundlichen Grüßen,
Bernhard Kraut