Martin Graf: Rücktritte von 109 Abgeordneten – eine Umfrage

Posted on 18. Juni 2009

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Es möge Martin Graf das Folgende nicht persönlich nehmen, auch wenn sein Name dafür verwendet wird. Aber Martin Graf ist nun einmal der aktuellste Beispielgeber dafür, was unbedachtes, unverantwortliches und in diesem besonderen Fall auch rein parteipolitisches Wählen anrichten kann.

Nicht Martin Graf ist  verantwortlich, sondern die 109 Abgeordneten als Wähler und Wählerinnen, die ihn zum III. Präsidenten NR wählten, sind verantwortlich dafür, daß seit Monaten Zeit, Energie, auch Steuergeld verschwendet werden müssen für die Versuche, Bemühungen, das von ihnen Angerichtete wieder in Ordnung zu bringen.

Ein gemeinsamer Mandatsverzicht von diesen 109 Abgeordneten wäre ein erstes und klares Zeichen dafür, wer also tatsächlich veranwortlich ist, wer also tatsächlich gegenwärtige und kommende Geschehen zu veranworten hat, nämlich niemand sonst als der Wähler und die Wählerin jedweder Wahl.

Gerade mit Blick auf die österreichische Geschichte könnte als Nebeneffekt mit dem endlich in die Pflicht nehmen der Wählerinnen und Wähler die ungenießbaren und giftigen und dennoch seit Jahrzehnten so gern offerierten und so gern verzehrten Speisen Mitlauftum, Nichtsdafürkönnen, Unschuldigvolk und Ausgeliefertsein endlich aus dem nationalen Speiseplan gestrichen werden. Um einen Beispielgeber aus der Deutschlagergeschichte namentlich zu nennen: Adolf Hitler wäre ohne dem Wollen von so vielen, ihn als starken Mann laufen zu lassen, nur ein weiterer Sonderling geblieben, bekannt bloß und belächelt in Wirtshausstuben.

Und mit einem weiteren Blick, nämlich auf die aktuelle Studie, daß sehr viele in Österreich nach wie vor nichts gegen einen »starken Mann« hätten, muß  klar gesagt werden, um gegen diesen Mythos der Unabwendbarkeit zu sprechen: ein starker Mann erschafft nicht sich selbst, sondern er wird gewollt und gemacht, also gewählt.

Starke Männer gibt es zuhauf. Aber ungewählt fristen sie ihr monologes Leben bevorzugt in Wirtshausstuben als Sonderlinge. 

Vor diesem Hintergrund ist also diese Umfrage zu verstehen.