Wieder bei Julius Streicher angelangt

Posted on 3. Mai 2009

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Gestern: nationalsozialistisch
Heute: patriotisch und sozial
Morgen: ………………………….?

 

Mit Widerwillen muß doch ein Zitat vom derzeitigen Obmann der FPÖ aus seinem Aufruf aus 2008, »Pro München« zu wählen, gebracht werden, der auf der Webpage dieser Bürgerbewegung zu lesen ist:

[…] daß unsere Töchter den gierigen Blicken und Händen ganzer Zuwandererscharen ausgesetzt sind […]

Der Widerwille basiert ausschließlich auf der Überlegung, eventuell, wenn in kritischer aber doch nicht geeigneter Form, daran mitzuschreiben am möglichen weiteren Aufstieg vom heutigen Beispielgeber Heinz-Christian Strache und seiner patriotisch sozialen Partei.

Es wird mit Aufmachern, bildreich geschmückten Artikeln, Büchern und so fort anscheinend recht ordentlich Geld verdient, ohne aber dabei etwas in der Tiefe zu erklären; denn, um bei diesem Beispielgeber zu bleiben, es ist nicht ein Heinz-Christian Strache, der aufsteigt; in Wahrheit sind es die Wähler und Wählerinnen, die durch ihre Wahl beispielsweise einer FPÖ vermeintlich glauben aufzusteigen, während ihnen, vor allem auch von ihnen selbst, tatsächlich nur eines zugestanden wird: immer bloß weiter auf der Stelle zu treten. Irgendwann wird es auch für sie eine Bewegung geben, aber anders als von ihnen erhofft, nämlich wieder zum Abstieg hin. Es ist jedoch einfacher, auch moralisches Geld zu verdienen, indem auf eine schreierische, stets auf einen Aufsteiger hin konzentrierte und soher die Legende von der menschgegebenen Notwendigkeit einer Führung fortschreibende Berichterstattung gesetzt wird, als das Handwerk für einen zeitgemäß umfassenden Journalismus zu entwickeln. 

Jedoch mit diesem Zitat von einem der führenden Angehörigen dieser Partei kann die geistige Verfaßtheit der FPÖ zeitlich präzise bestimmt werden. Sie lebt in der Zeit des Stürmers Julius Streicher, der mit pornographischer Phantasie Menschen, die er als nicht-arische Menschen rassenkundlich behandelte, jagte, indem er ihnen u.v.a. sexuelle Schändungen der deutschen Frau verleumderisch unterstellte.

Es werden, davon ist auszugehen, wieder welche sagen, geredet werde doch so viel, und nicht alles sei ernstzunehmen … Menschgemäß kann dem auch zugestimmt werden. Jedoch: das damalige rednerische Hetzen führte zur physischen Massenvernichtung von Menschen, die als nicht dem arischen Volke zugehörig erklärt wurden. Und wie damals gibt es auch heute viele Ideen, die mit verhetzenden Reden und Schriften einhergehen, wie mit Menschen, die als nicht-inländische Menschen betrachtet werden, verfahren werden soll.

Der »Bürgerbewegung Pro München reicht das Abschieben« beispielsweise schon »nicht« mehr, und sie weist daher auf ihrer Webpage auf den früheren Heinz-Christian Strache hin:

Der bekannte ehemalige Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider hat hier noch weitere kreative Ideen entwickelt, indem er z.B. Asylbewerberheime fernab von den Problembezirken auf einer Kuhalm anordnen ließ.

Das Augenmerk ist hier zu legen auf: noch weitere — welche weiteren Ideen harren noch der Umsetzung?

Wer immer also eine patriotisch soziale Partei, Bürgerbewegung … bereits wählt oder noch wählen will, muß klar vor Augen haben, damit das Gestern zu wählen, das absolut Überholte zu wählen. Und das absolut Überholte ist beispielsweise bei der »Bürgerbewegung Pro München« auch deutlich zu erkennen etwa an der Beschäftigung mit:

Um das biologische Überleben des deutschen Volkes  […] [Hervorhebung B.K.]

Wer immer also eine patriotisch soziale Partei, Bürgerbewegung … bereits wählt oder noch wählen will, muß klar vor Augen haben, damit  in erster Linie und ausschließlich verantwortlich zu sein für das Morgen.

Und es ist bei Sichtung des Gedankenguts dieser Gesinnungsgemeinschaften nichts anders zu erwarten, als daß ein von patriotisch sozialen Parteien, Bürgerbewegungen … volksdemokratisch regiertes Europa ein Morgen des absoluten Machtmißbrauchs, der Verbrechen, des Niedergangs sein wird.

Aber kein Wähler und keine Wählerin, ob beispielsweise in Österreich, in Deutschland … wird nach einem immer wie gearteten Untergang eines derartigen Volksregimes sich je herausreden, die Verantwortung abschieben können, zum Beispiel nichts gewußt zu haben, bloß idealistisch gewesen zu sein, getäuscht worden zu sein …

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