Kunschak und Marinovic im Hauptquartier NR

Posted on 12. April 2009

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Der ehrenwert wählbare Widerstand in Österreich

 

Die Aufregungen um Dr. Martin Graf verebben gut österreichisch und allmählich tritt die österreichische Eingewöhnung in das Angeordnete ein, daß Martin Graf eben NR-Präsident zu bleiben hat. Und das gute österreichische Denken in verwerflichen Gegebenheiten eilt einmal mehr seinem Sieg entgegen: Vorteile gegen Nachteile zu verrechnen und dabei durch mehrdeutiges Verhalten auch gleich Vorkehrungen für die Zeit danach zu treffen, um sodann bei Bedarf Entschuldigungen, Ausreden … schon vorrätig zu haben, die vor allen anderen einmal selbst vollkommen geglaubt werden können.

Und einem gewählten Kopf des Hauptquartiers NR kann außerdem nicht vorgeschrieben werden, wen er und seine Partei in das Hauptquartier NR einzuladen hat, wen er oder seine Partei in dem zu beschäftigen hat.

Und schließlich: es ist ehrenwert, Widerstand zu leisten.

So werden im Hauptquartier NR — auch bekannt als Parlament der Republik Österreich — Universitätsprofessor Lothar Höbelt, Andreas Mölzer und Dr. Walter Marinovic auf Einladung von NR-Präsidenten Graf, seiner Partei und des FPÖ-Bildungsinstitutes am 15. April 2009 dem Imperium EU widerstehen, das Buch »Europa 2084« präsentieren, Wege der »Befreiung« aufzeigen …

Walter Marinovic wird referierend daran erinnern, wer Germanien von den Römern befreite …

Aber wer außer dem NR-Präsidenten und seinen Bünden der Gesinnung für ein ganzes Leben und beispielsweise außerhalb des »Hauses der Heimat« kennt schon Dr. Walter Marinovic?

Das Dokumentationszentrum des österreichischen Widerstandes zum Beispiel:

Auch Walter Marinovic trat bereits mehrmals als Referent bei der AFP in Erscheinung. Daneben sprach der freiheitliche Kämpfer gegen die „zeitgeistige Afterkultur“ (Aula 9/99, S. 39) beim 1999 behördlich (noch nicht rechtskräftig) aufgelösten Verein Dichterstein Offenhausen und bei Otto Scrinzis Österreichischem Kulturwerk, welchem er auch als stellvertretender Obmann zur Verfügung steht. Marinovic schreibt nicht nur für die FPÖ und beinahe in sämtlichen Blätter des heimischen Rechtsextremismus (Aula, fakten, Eckartbote, Kritische Studentenzeitung usw.), sondern mittlerweile auch für Nation & Europa, dem ältesten Organ des Rechtsextremismus in Deutschland.

Und Dr. Werner Fasslabend, während der christlich-blauen Regierung blaßweilig dritter Nationalratspräsident, vom Verein zur Förderung des Leopold-Kunschak-Preises:

Ist es richtig, dass die „Initiative Wehrbereitschaft“ dem BMUK vom früheren Bundesminister für Landesverteidigung, Dr. Fasslabend bzw. dessen Ministerium empfohlen wurde? 

Und die auch heute noch als Abgeordnete der christlich-sozialen Partei Tätigen kennen Dr. Walter Marinovic. Ist doch das oben angeführte Zitat einer parlamentarischen Anfrage an die ehemalige Ministerin Elisabeth Gehrer der christlich-blauen Regierung entnommen.

Es gibt eine Beantwortung dieser Anfrage. Aber auf die tatsächlichen Antworten muß menschgemäß immer lange gewartet werden, bis die Beteiligten beispielsweise in Pension sind, in den Parks Tauben füttern und sich aus der aktiven Zeit etwas aufgehoben haben, um endlich für etwas Nütze zu sein.

Wenn also zum Beispiel Josef Pröll in etwa drei bis vier Jahren nicht mehr Vizekanzler sein und sich alsbald Schulen auf dem Lande als Zeitzeuge auf-drängen wird, dann wird er vielleicht erzählen, wie es tatsächlich war, als das Parlament der Republik Österreich zum Hauptquartier NR wurde, wie er, stets für Österreich bloß brav arbeitend, Martin Graf als NR-Präsidenten empfehlen mußte, warum nur der Portier des Hauptquartiers NR noch wußte, wer beispielsweise mit welchen Schriften, Kunstwerken … ein- und ausging, wie feierlich es am 17. April 2009 im Hauptquartier NR war, Jean Claude Juncker und Andreas Unterberger Leopold-Kunschak-Preise zu überreichen …

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