Die Gutbalsamierung der Führer in Österreich

Posted on 31. März 2009

0


 

Beim Lesen der Berichte auf der offiziellen Website des österreichischen Parlaments über den ehemaligen christlichsozialen Arbeiterführer und NR-Präsidenten Leopold Kunschak stellt sich eine Vorstellung von selbst ein.

Nämlich die Vorstellung, daß auch heute, im März 2009, über einen Adolf Eichmann beispielsweise nicht anders als über einen Leopold Kunschak berichtet werden würde. Österreichgemäß unter der Gegebenheit, Adolf Eichmann hätte für Österreich die gleichen Verdienste wie Leopold Kunschak erbracht.

Es müsse, so die Vorstellung weiter, im Parlament der demokratischen Republik Österreich ein Pflichtenheft vorhanden sein, in dem verbindlich festgelegt ist, wie über historische Persönlichkeiten zu berichten ist:

  • Reduzieren, reduzieren und noch einmal reduzieren auf das Gute
  •  Schmeicheln, schmeicheln und noch einmal schmeicheln den unverfänglichen Leistungen
  • Im Schwarzen lassen, im Schwarzen lassen und noch einmal im Schwarzen lassen die schwarzen Flecken

Eine Seite auf der offiziellen Website des Parlaments aber ist seit Juli 2008 gänzlich geleert, nämlich die der Visitkarte von Leopold Kunschak. Ob möglicherweise, legt die Vorstellung eine Frage vor, eifrig an einem neuen Pflichtenheft gearbeitet wird? Um gar eine redlich umfassende politische Biographie dieses guten Katholiken zu publizieren?

Platz genug ist ja dafür unter seinem Namen. Zeit dafür ist es auch.

Posted in: Politik