Kein Steuergeld, kein Parlament …

Posted on 24. März 2009

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Für den Leopold-Kunschak-Preis, solange mit diesem Leopold Kunschak nur selektiv gedacht wird

 

Es ist dem Verein zur Förderung des Leopold-Kunschak-Preises menschgemäß überlassen, seinen antisemitischen ehemaligen NR-
Präsidenten und Arbeiterführer zu ehren, zu loben, zu preisen, für sich
weiter im christlichsozialen geschichtlichen Stillstand zu marschieren.

Aber dieser Verein, dessen Vorstand u.a. der ehemalige Minister Dr. Werner Fasslabend angehört, hat sich dann darum zu bemühen, das alles auch selbst vollständig zu finanzieren. Und nicht bequem selbstverständlich dafür Steuergeld — gleich in welcher Höhe — zu kassieren.

Oliver Rathkolb: „Zur Kontinuität antisemitischer und rassistischer Vorurteile in Österreich 1945/1950“, in: Zeitgeschichte, 16, 1988/89, Seite 169. Zu der antisemitischen Rede Kunschaks befragt, die dieser am 14. September 1945 gehalten hatte, erklärte Figl: „Kunschak was not an anti-Semite on racial grounds, but on economic grounds.“ Dies konnte keine Rechtfertigung für Kunschaks antisemitische Ausfälle sein („Ich werde die jüdischen Journalisten nicht beschützen, denn sie haben in ihren Blättern das christliche Volk beschimpft und in den Schmutz gezogen“). Die „kleinen Nazis“ jedoch nahm Kunschak in Schutz: „What did the little Nazis do? They tried to hold on to a straw in the big sea. That is what they are blamed for.“ 

Das muß in Österreich also wenigstens endlich möglich sein, daß Verehrerinnen und Verehrern von Antisemiten ihre Gedenkaltäre selbst finanzieren und ihnen dafür kein Steuergeld bewilligt und geschenkt wird.

Das muß in Österreich also wenigstens endlich möglich sein, daß Anhängern und Anhängerinnen von Schuldfreisprechern weder das Parlament noch sonst  irgendein Gebäude des offiziellen Österreich ihren Gedenkmessen geöffnet wird.

Im übrigen: ein authentischer Ort für die Verleihung des Leopold-Kunschak-Preises ist ohnehin einzig eine Kirche.

Posted in: Politik